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Ein aktueller Vorfall veranlasst mich zur Warnung: Kauft niemals blind auf eBay juristische Literatur oder Software. Aktueller Anlass ist eine (etwas ältere) originale BGHZ CDROM des Carl-Heymanns-Verlages, die scheinbar für 149 Euro verkauft wurde. Das Problem: Eine aktuelle BGH CD (inklusive BGHZ und BGHSt!) gibt es für 36 Euro, hier von mir vorgestellt.

Update: Aufgrund des Feedbacks (schreibt ruhig eure Fragen in Kommentare, nicht nur Mails) wurden die Regeln aktualisiert und auf 9 aufgestockt.

Der Verkäufer muss das nichtmal wissen, eventuell dachte er selber, dass der Preis ein “guter Preis” ist. Daher gilt für beide Seiten: Informieren, sonst ist der Ärger hinterher gross. Und gerade junge Jura-StudentInnen sollten sich erstmal informieren, bevor sie sich etwas zulegen.

Von mir dazu ein paar ganz persönliche Tipps für Anfänger:

  1. Kauft keine juristische Software als Anfänger. Wenn es (wie letztens) eine LSK CD (darf maximal 5 Jahre alt sein) zum Preis von maximal 25 Euro gibt: Kauft sie. Lasst von allem anderen die Finger als Anfäger. Rigoros.
  2. Wer juristische Software kauft, sollte vor dem Kauf 100%ig klar stellen, dass die entsprechende CD oder DVD auch wirklich läuft wenn man sie erhält. Wenn man einen Produktschlüssel zum installieren braucht der nicht mitgeliefert wird ist das zwar sicherlich ein Anfechtungsgrund der Willenserklärung, doch gezahlt hat man erstmal und den Ärger dann an der Backe. Und auf eine direkte Nachfrage bekommt man meistens (bei unklarer Formulierung in der Artikelbeschreibung) dann doch eine ehrliche Antwort oder merkt wenigstens, wo der Hase langläuft.
    Genauso ist es wichtig vorher klar zu stellen, ob die CD ab einem bestimmten Datum nicht mehr nutzbar ist.
  3. Ihr müsst nie kaufen: Häufig denkt man, wenn man jetzt nicht zuschlägt, bekommt man so schnell nicht wieder die Chance – ud gibt mehr aus, als man überhaupt will. Das ist dumm und falsch.
  4. Sucht Preise raus: Wenn ihr etwas seht: Sucht zuerst vor dem bieten, wie der Preis im Handel ist (beck und wolterskluwer haben gute Shops, dort einfach suchen), ausserdem bei ebay selber suchen – meistens endet wenige Tage später eine andere günstigere Auktion mit dem gleichen Produkt.
  5. Wenn ihr juristische Zeitschriften kaufen wollt: Tut das. Aber beachtet meine Hinweise in diesem Artikel. Fakt ist: Wer mehr als 10 Euro für Jahrgänge ausgibt, die älter als 2 Jahre sind, ist es selber schuld.
  6. Bei Zeitschriften achtet weiterhin darauf: Die JuS gibt es ab 2000 (wenn man sie abonniert) kostenlos online auf beck-online.de im Volltext. Das ist meistens lohnender, jedenfalls sollte man wenn, dann nur noch wenig Geld für Jahresbände ausgeben. Ungebunden sowieso. Rechnet immer nach: Das JuS Abo kostet ca. 70 Euro im Jahr für Studenten. Wer für den letzten und vorletzten Jahresband jeweils über 30 Euro (zzgl. Versandkosten!) bezahlen würde kann sich genausogut ein Jahresabo samt Online-Volltext leisten. Und wer halbwegs realistisch ist, nimmt die Kosten für das Binden (min. 20 Euro) pro ungebundenen Jahresband mit dazu – da rechnet sich am Ende schnell nur noch ein Preis 10 Euro pro Jahresband maximal – wenn überhaupt.
  7. Wenn ihr ältere Bücher kauft, gewöhnt euch folgende Grundregel an: Maximal 50% vom Neupreis. Es mag Bücher geben, die ausnahmsweise mehr wert sind, das sind aber keine Bücher für Anfänger und später werdet ihr die Ausnahmen schon kennen.
  8. Bei älteren Büchern denkt zudem an meine Faustregel: Aus dem Zivilrecht nichts vor 2002, aus dem Strafrecht nichts vor 1998 – da waren die letzten beiden grossen Reformen, alles davor wird man kaum nutzen können.
  9. Kauft bei Kommentaren sparsam: Anfänger brauchen erstmal keine. Ich empfehle ausdrücklich die Studienkommentare von Beck, die man zur Zwischenprüfung sicherlich nützlich verwenden kann. Ergänzend dazu sind später jedenfalls der Palandt zum BGB (ruhig auch 1-2 Auflagen älter) und der Lackner-Kühl im StGB brauchbar.
    Alles weitere liegt dann am Schwerpunkt: Ein Verwaltungsrechtler braucht sicherlich noch einen zusätzlichen Kommentar, so wie ein Strafrechtler (wenn er das Geld hat) mit dem SK-StGB gut fährt. Muss aber alles nicht sein.

Achtet bei eurer Fachbuchhandlung darauf: Im Regelfall zweimal im Jahr gibt es dort um etwa 50% reduzierte Altauflagen, das wird häufiger günstiger sein als das Bestellen im Netz.

Beachtet auch bei Auktionen, ob evt. nur ein einzelner mit euch bietet und euch damit hochtreibt. Falls ja: Einfach aufhören beim gesetzten Limit und beruhigt davon ausgehen, dass der dann bei der nächsten Auktion nicht mehr nervt. Es ist kein Zufall, dass man nach 2-3 fehlgeschlagenen Auktionen plötzlich den begehrten Artikel erheblich günstiger erhält: Nur selten wollen “alle” etwas haben, meistens streitn sich nur einige wenige darum. Wenn die Konkurrenten weg sind, wirkt sich das auf den Preis aus.

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Es macht durchaus Sinn, in den Bundesländern, in denen man im zweiten StEx Kommentare nutzen darf, diese schon während des Studiums anzuschaffen (wenn man meint, man braucht einen Kommentar - was ohne Beck-Online sicher eine gar nicht schlechte Idee zur Nachbereitung ist). D.h. T/F, Meyer-Goßner etc. und keine Exoten wie Studienkommentare.

Die Studienkommentare würde ich nur unter Vorbehalt empfehlen. Im Verwaltungsrecht ganz nützlich, im Strafrecht auch. Der StPO-Kommentar weist erschreckende Ähnlichkeiten mit dem Meyer-Goßner auf, er kommt mir wie abgeschrieben vor und ist darum auch eher "unverständlich" (wenn man denn meint, ein Studienkommentar müsse besser erklären als ein normaler Kommentar). Der BGH-Kommentar ist viel zu knapp, hier wäre der Handkommentar von Nomos, der ausdrücklich auch Ausbildungszwecken dient, eine etwas teurere, aber vom Preis-Leistungs-Verhältnis auch sehr viel bessere Alternative.

Da kann ich MaxR nur zustimmen. Oft wird gebrauchte Ware bei e-bay zu höheren Preisen versteigert als Neuware bei Online-Shops kostet. Von der überteuerten Neuware, die bei e-bay angeboten wird, ganz zu schweigen.

E-Bay ist da nicht anders als das richtige Leben. Der Käufer sollte sich immer informieren was denn der Marktwert des Produktes ist, bevor er einen Preis abgibt.
Natürlich besteht bei Auktionen immer die Tendenz mehr zu bieten als die Ware wert ist. Ma hatte sich ja schon entschlossen und will dem Mitbieter das nicht kamplos übelassen. Von dieser psychologischen Komponente leben alle Auktionen.

Das Gesagte gilt übrigens nicht nur für juristische Fachliteratur und Jurastudenten sondern sinngemäß für alles, was man so bei ebay sucht.

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  1. [...] letzter Artikel mit TIpps zum Kauf bei eBay führte vor allem zu einem Feedback: “Das ist doch [...]

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