Jurakopf – Tipps für Jurastudenten: Rezensionen und Tipps für Jura-Studenten

Vorbereitung auf das Jura-Studium möglich?

Aug 28th, 2008 | By jens.ferner | Category: Arbeitstipps, Lead-Artikel  | Kurzlink

Im Oktober fängt das nächste Wintersemester an, viele neue Studenten werden in die Fakultäten einfallen und schon jetzt erreicht mich hin und wieder eine Frage: Was kann ich jetzt schon tun? Ich kann dazu nur einen kleinen Tipp geben und rate von allem anderen ab.

Dringend rate ich davon ab, als “noch nicht ganz” Jura-Student schon Lernbücher oder gar Lehrbücher zu lesen: Ihr würdet es nicht verstehen. Oder, noch gefährlicher, ihr glaubt es zu verstehen und lernt falsch. Lasst bitte die Finger davon, und wartet, bis ihr wirklich in den Vorlesungen sitzt und nach den Einführungen erste rote Fäden habt.

Wozu ich immer rate ist, überhaupt zu lesen: Das Jura-Studium ist vor allem durch eine stetig steigende Masse an Informationen gekennzeichnet die man lesen und lernen muss. Dabei ist auch das Lesen etwas, das man üben kann – und ich habe den Eindruck, dass zu viele das vernachlässigen. Es ist egal ob man triviale Literatur oder Romane liest – es geht darum, vor dem Studium sein Auge aber auch die Konzentrationsfähigkeit wieder ein bisschen zu schulen. Und bitte: Die Schulzeit ist vorbei. Was ein Schüler im Regelfall unter “viel Lesen versteht” ringt mir bis heute meistens nur ein müdes Lächeln ab. Ohne dass ich hinterfrage, wie viel davon jetzt kleben geblieben ist.

Daher mein Rat: Nutzt die Zei tund lest. Egal was, aber jeden Tag etwas. Wie viele Seiten ist auch egal, es kommt auf die Zeit an – wer täglich 2-3h am Stück lesen kann hat definitiv einen Vorteil ind er Anfangsphase des Studiums.

Bei fachlichen Büchern kann ich aber tatsächlich zwei empfehlen, die man auch vor dem Studium lesen kann bzw. soll: Einmal ein Buch zum Thema Rechtsphilosophie und eines zum Thema Rechtsgeschichte, Zur Philosophie empfehle ich das von Seelmann, zur Geschichte die Grundrisse der Rechtsgeschichte. Wer beide durch hat und “mehr” ruft, der kann noch den Zippelius zur Rechtsphilosophie lesen, mit dem man auch einen kurzen Einstieg in das Thema Methodenlehre hat. Aber vorher bitte den Seelmann als Newbie lesen.

Ansonsten kann ich natürlich (das sollte man als halbwegs guter Abiturient aber längst gemacht haben) anraten, sich mit dem Thema Lernstrategien zu beschäftigen, hier dazu Hinweise.

Rechtsphilosophie und Geschichte sind übrigens alles andere als unbrauchbare Fächer: Man macht hier Grundlagenscheine in der Uni und sie können mitunter in der Zwischenprüfung zu finden sein. Ihr verschwendet also, auch bezogen auf die Scheine, nicht eure Zeit.

Ach ja: Und wirklich, kein Fachwissen versuchen “auswendig zu lernen”. Ich erinnere mich noch ganz dunkel an mein erstes Semester, Vorlesung Zivilrecht, als es um Beweise ging und einer stolz rief “in dubio pro reo”. Spart es euch einfach, ihr lernt es früh genüg.

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