Jurakopf – Tipps für Jurastudenten: Rezensionen und Tipps für Jura-Studenten

    Aktuelle Headline

    Das unbekannte Grundrecht in Art. 38 GG

    Die aktuelle Ausgabe der JuS (3/2010) ist erschienen und ich gehe einmal davon aus, dass die gewissenhaften Studenten natürlich sofort den Aufsatz von Mayer am Anfang gelesen haben (S. 189-195): “Der Vertrag von Lissabon im Überblick”. Und diejenigen, die diesen Aufsatz gewissenhaft studiert haben, sind bei dieser Randbemerkung von Mayer sicherlich gleich in Panik verfallen:
    [...] [...]

    Jurakopf.de-Intern

    Intern: Experimentier-Woche auf Jurakopf

    Kurzer Hinweis: Auf Jurakopf experimentiere ich die nächsten 7 Tage. Die inhaltliche Arbeit wird ganz normal weiter gehen, aber ich möchte mit Community-Funktionen arbeiten und experimentieren. Zugleich wird ausprobiert, ob es neue Themes gibt, die ein wenig “leichter” wirken. Dabei stelle ich schon jetzt fest, dass das alte Magazin-ähnliche-Design doch den Vorteil hatte, die Inhalte [...]

    Jurakopf.de-Intern

    Rose-Rosahl? Hier im Volltext…

    Wie ich gerade erfahre, rühmt sich ein bekannter Repetitor angeblich als einziger den oben benannten Fall in digitaler und lesbarer Fassung anzubieten. Wenn dem so ist: Es ist falsch. Ich halte hier einige ältere Urteile im Volltext bereit, darunter ein paar bekannte RGSt Entscheidungen und auch den Rose-Rosahl-Fall.
    Ich nutze dies daher um einfach nochmal auf [...]

    Aktuelle Urteile, Hinweise auf Urteile und auch Urteilsbesprechungen finden Sie hier.



    Darf ein Rep in der Uni werben: Ja, vorerst!

    Wie heute bei Beck-Online zu lesen ist, hat das Verwaltungsgericht Göttingen a, 26.2. (4 B 10/10) angeblich beschlossen, dass ein Repetitor nicht in einer Uni werben darf. Der direkte Wettbewerb solle ein Problem sein, speziell der erweckte Eindruck, die Uni-Angebote seien unzureichend. Allerdings geht es in der Sache vielmehr um ein Hausverbot, dass die Uni [...]

    VG Neustadt zum Hausverbot

    Das öffentlich-rechtliche Hausverbot ist der immer wieder kehrende Klassiker in den kleinen Ö-Rechts-Klausuren und tritt selbst im Examen hin und wieder auf. Ich habe das Thema hier bereits besprochen und verweise zur Vertiefung auf meinen bisherigen Artikel.
    Aktuell gibt es nun aber eine Entscheidung des VG Neustadt (4 L 81/10.NW), die das Problem nochmal relativ aktuell [...]

    OLG Celle zum Zugang einer Willenserklärung bei Stellvertretung

    Eine Willenserklärung, die ein Vertreter abgibt, wird nicht wirksam, wenn seine Vollmacht zwischen Abgabe und Zugang der Willenserklärung erlischt.
    Ist für eine Willenserklärung, die ein Vertreter abgibt, Schriftform vereinbart, ist die Form nur gewahrt, wenn dessen Vollmacht bei Zugang der Erklärung in schriftlicher Form noch besteht.

    OLG Celle, 6 U 92/09

    Die Geldbombe in der Strafrechtsklausur

    Und wieder ein Standardproblem beim BGH, wieder eine schöne Fallkonstellation mit der man testen kann, ob Klausurschreiber sich auf den gesamten Sachverhalt einlassen oder nur einzelne Probleme erkennen:
    Dieb D möchte eine “Geldbombe” entwenden ind er Hoffnung, dass sich darin viel Geld befindet. Ihm kommt es dabei alleine auf den Inhalt an, er vermutet mehrere Tausend [...]

    Betrug beim Tanken ohne Zahlungsabsicht?

    Es gibt – zumindest in der kleinen Übung – zwei Standard-Konstellationen, mit denen der Prüfer einfach sehen kann, ob man den Unterschied zwischen Eigentumsdelikt und Vermögensdelikt verstanden hat:

    Der Täter bedient sich ungewollt im Kaufhaus – mal versteckt er das an sich genommene Gut unter seiner Jacke und schmuggelt es an der Kasse vorbei, mal hat [...]

    BGH zur provozierten Notwehr

    Die Notwehrprovokation ist eines dieser berühmten Standardprobleme aus dem Strafrecht AT: Darf sich jemand, der einen anderen zur einem Angriff provoziert, bei der Abwehr des Angriffs auf Notwehr berufen? Zur Erinnerung in Kürze eine Übersicht über die verschiedenen Meinungen:

    Die Rechtsbewährungstheorie ist der Meinung, dass man sich als Provozierender problemlos auf Notwehr berufen darf
    Die Rechtsmissbrauchstheorie verneint [...]

    Hinweis: Entscheidung zur Totenruhe (§168 StGB)

    Ich habe soeben auf die Kanzleiseite einen Hinweis auf ein Urteil aufgenommen, das auch für Jura-Studenten durchaus interessant sein könnte. Interessant vor allem deswegen, weil es hier um etwas geht, was man wohl nicht wirklich tiefgehend lernt und es letztlich nur um saubere Subsumtion geht:
    Lediglich die Verurteilung wegen Störung der Totenruhe hatte keinen Bestand.
    Dabei [...]

    Das Projekt Jurakopf.de

    Jurakopf.de ist ein privat betriebenes Projekt, dass sich vornehmlich an Jurastudenten und Rechtsreferendare widmet. Ich habe es Anfang 2008 aufgebaut, weil mir einfach bodenständige Rezensionen und Produktvorstellungen fehlten, die ich als Kaufentscheidung nutzen konnte.

    Das Ziel der Seite ist es, lesbare und verständliche Rezensionen zu Literatur und Produkten zu bieten. Nebenbei gibt es Hinweise auf aktuelle Neuerungen und kleinere Tipps aus dem Studienalltag. Die Seite ging erst vor kurzem Online, dabei war ich mit meinen Problemen wohl nicht alleine: Inzwischen habe ich hier über 1500 Leser pro Tag.

    Im September 2008 wurde das Projekt Jurakopf auf dem 17. EDV-Gerichtstag als bestes freies Internetprojekt in der Kategorie "Lernen" ausgezeichnet.

    Übrigens: Werbung etc. gibt es hier nicht, es bleibt ein privates Projekt - wenn ich etwas zu empfehlen habe, dann tue ich das in einem Artikel. Details und das Impressum sind hier zu finden

Alle Einträge mit dem Tag: ‘ aufsätze ’

Crashkurs: Auslegung von Rechtsnormen

Jun 13th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Arbeitstipps

In einer Argumentation oder Analyse ist die Auslegung einer Norm normalerweise einer der hilfreichsten Punkte. Ich stelle hier ganz kurz die 6 wichtigen Auslegungsregeln vor und gebe etwas Literatur-Tipps zum Vertiefen.

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Ein paar handfeste Tipps für juristische Klausuren

Jun 3rd, 2008 | By Jens Ferner | Category: Klausurtipps

Alexander vom Epiblog hat mich auf das Thema “Klausuren” aufmerksam gemacht, zu dem er selber schon einen Linktipp bereit hält. Nachdem ich das Thema schon länger vor mir her schiebe, nehme ich das als Anlass, um kurz was dazu zu schreiben und ein paar Literatur-Tipps zu geben.

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Lernen lernen

Mai 23rd, 2008 | By Jens Ferner | Category: Arbeitstipps

Endlich nochmal ein “Meta-Artikel”, aber einer mit Sinn: Das Lernen im Studium überfordert, nicht nur anfangs, viele und gerade Schüler haben ein erhebliches Umstellungsproblem. Und wer dann nach der Zwischenprüfung meint, endlich zu wissen wie es läuft, unter dem bricht der Boden weg wenn das Examen kommt und er beim Repetitor merkt, wie viel er bisher wusste: Nichts. Ich empfehle daher, begleitend über das ganze Studium hinweg, Literatur zum Thema “Lernen lernen”. Und auch ein bisschen eigene Innovation.

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Angetestet: MDR Archiv-CDROM

Mai 15th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Arbeitstipps, Software, Zeitschriften

Inzwischen regelmäßig findet man bei ebay eine “MDR Archiv-CD”, auf der sich die Jahrgänge der MDR seit 1981 im Volltext befinden sollen. Die Preise gehen von ca. 5 Euro (für CDs die etwa 2 Jahre alt sind) bis zu 25 Euro (für aktuelle CDs). Angeboten werden auch manchmal welche zum Sofort-kaufen Preis von 49 Euro, wie oft die weggehen kann ich nicht sagen. Aufgrund des recht günstigen Preises habe ich mal eine angetestet.

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Angetestet: NJW-Direkt

Mai 13th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Arbeitstipps, Software, Zeitschriften

Wer die NJW im Abo bestellt, erhält Zugriff auf das Online-Modul “NJW-Direkt”. Da ich bereits JuS-Direkt nutze (und hier positiv vorgestellt habe) habe ich nun endlich auch die NJW abonniert, wobei NJW-Direkt nun dazu gehört. Eine kurze Vorstellung.

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Zeitschriften aktuell 4 und 5 aus 2008

Mai 6th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Zeitschriften

Ich habe schon länger nichts mehr zu den aktuellen Aufsätzen in Zeitschriften geschrieben – das hole ich jetzt nach, direkt für die Monate April und Mai. Die Rechtsprechung bleibt allerdings ab sofort in den Übersichten aussen vor, ich möchte dies in Zukunft in einem separaten Beitrag tun, zumal ich den Eindruck habe, dass die Rechtsprechung ohnehin viel zu kurz kommt bei den meisten Studenten (inklusive mir).

In Zukunft wird diese Reihe etwas umfangreicher: Ab 6/2008 gesellen sich Hinweise aus der NStZ und der NJW hinzu, die ich aber ebenfalls recht kategorisch und strikt auswähle. Das Ziel bleibt, wenige Inhalte auszuwählen und den Studenten gerade nicht mit Masse zu erschlagen.

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Massen-Gentest

Apr 4th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Alltag, Zeitschriften

Wer hin und wieder Zeitung liest, wird verstehen, warum ich auch Studenten Aufsätze empfehle, die scheinbar nur für Praktiker von Interesse sind. So hatte ich vor kurzem den Aufsatz zum Massen-Gentest in der JuS 3/2008 empfohlen und lese heute im SPON das hier:

Sollte die Polizei zu dem Massen-Gentest aufrufen, müssten im Umkreis des Tatorts alle 16- bis 20-Jährigen zum Speicheltest.

Wer jetzt auf Anhieb nicht versteht, wo ich da einen inhaltlichen Fehler sehe, dem empfehle ich erneut die Lektüre des genannten Aufsatzes.



Themenvorschläge?

Mrz 17th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Alltag

Ich freue mich immer über Fragen: Welches Thema soll ich hier aufgreifen? Gibt es einen Themen-Schwerpunkt, zu dem ich ein Buch vorstellen oder Aufsätze raussuchen soll? Welche Urteile sind zu einer bestimmten Frage zu empfehlen?

Nur wenn man mir etwas mitteilt, kann ich drauf auch eingehen – und ich mache es gerne. Schickt mir eine mail oder schreibt einfach hier einen Kommentar. Ich nehme es an und bearbeite es, ihr müsst euch nur die Mühe machen und was schreiben.



Kleine Tipps zum Lernen: Baurecht

Mrz 10th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Literatur, Zeitschriften, Ö-Recht

Ich gestehe: Während mir sogar das Veraltungsrecht liegt, ist das Baurecht für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Obwohl das nun überholt ist – das war es mal. Bis ich eine Kleinigkeit begriffen habe die ich Leidgeplagten hier mitteilen möchte: Vielleicht liegt es nicht an euch, sondern vielmehr an der schlechten Literatur die ihr habt?

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Zeitschrift für das Juristische Studium

Feb 9th, 2008 | By Jens Ferner | Category: WebLinks, Zeitschriften

ZJS – Zeitschrift für das Juristische Studium will eine aktuelle, kostenlose Online-Zeitschrift für Studenten der Rechtswissenschaft sein. Wissenschaftlicher Anspruch und zugleich Ausrichtung an den Bedürfnissen der Studenten sind durch Herausgeber und Redaktion, deren Mitglieder allesamt renommierte Wissenschaftler mit Erfahrung auch in Praxis und Prüfungswesen sind, gewährleistet.

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Terrorismus als Thema im Studium

Jan 6th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Der Aufsatz

Der Themenbereich “Terrorismus” zieht zunehmend ins Jura-Studium ein. Nicht nur in straf- und staatsrechtlichen Klausuren sondern auch bei Seminararbeiten. Selbst das Humboldt-Forum-Recht widmet seinen aktuellen Wettbewerb diesem Thema. Da ich mich zur Zeit damit auseinandersetzen muss, habe ich einige Aufsätze zum Thema rausgesucht. Eine bewusst kurze Literaturliste.

Mein Beitrag für eine neue Definition von Terrorismus ist hier zu finden, wird sicherlich für viel Kritik sorgen.

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Aufsätze zur Videoüberwachung

Jan 5th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Der Aufsatz

Die Videoüberwachung ist zunehmend Teil unseres Alltags. Für Jura-Studenten ergeben sich dabei interessante Fallkonstellationen, etwa wenn es um die Verwertung von Beweisen geht, die auf dem Weg (rechtswidrig?) gewonnen wurden. Ich habe eine Liste von jüngeren Aufsätzen aufgestellt, die es sich anzuschauen lohnt.

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Juristische Zeitschriften

Dez 17th, 2007 | By Jens Ferner | Category: Alltag

Juristische Zeitschriften: NJW, JA, JURA oder JuS?

Schon die Erst-Semester kennen sie nach dem ersten Besuch einer Buchhandlung: Die Allgegenwärtigen Zeitschriften. Der Durchschnitts-Student wird dabei in erster Linie mit vier Versionen konfrontiert werden:

  • Neue juristische Wochenschrift (NJW, Webseite)
  • Juristische Arbeitsblätter (JA, Webseite)
  • Juristische Schulung (JuS, Webseite)
  • Juristische Ausbildung (JURA, Webseite)

und sich natürlich fragen: Welche sollte ich lesen? Oder gleich alle? Und (leider zu häufig verkannt): Die Frage wann sollte ich anfangen solche Zeitschriften zu lesen? Ich versuche darauf eine Antwort zu geben – und stelle auch zwei Alternativen vor.

Wann liest man diese Zeitschriften
Nun denke ich, jeder sollte sich selber überlegen, wann er damit etwas anfangen kann. Meistens zu Semesterbeginn oder Semesterende werden Buchhandlungen einige alte Exemplare umsonst auslegen. Nutzt die Gelegenheit und seht dann mal hinein. Erfahrungsmäßig würde ich sagen, ab dem 4. oder 5. Semester lohnt sich ein ernsthaftes Abo einer Zeitschrift, auf jeden Fall zu den so genannten großen Übungen.

So glaube ich nicht, dass ein Erst- oder Zweitsemester ernsthaft etwas damit anfangen können wird – die Basics werden ja gerade erst gebildet. So ab dem 4. / 5. Semester sollte aber das Grundlagenwissen vorhanden sein, so dass man sich wirklich damit auseinandersetzen kann. Ich schreibe bewusst nicht “muss” – Ihr müsst selber wissen was Ihr lest.

Die NJW
Ich persönlich finde die NJW (bis heute) für Studenten eher unnütz. Grund: Der Inhalt ist auf “echte” Juristen ausgelegt. Kaum Aufsätze zu Themen die in der Lehre einen Schwerpunkt bilden oder gar Fälle mit Hilfen. Warum auch, es ist nun mal keine Zeitschrift die als Zielgruppe Studenten anpeilt. Ich erwähne Sie eigentlich nur, weil Sie schlichtweg die Zeitung ist und wohl deswegen viele Studis meinen, man muss sie lesen. Lasst euch davon nicht beirren, seht ruhig mal rein, wenn es euch nicht gefällt: Lasst es. Schlimm ist es jedenfalls nicht

Die JuS
Die JuS stammt so wie die NJW aus dem Hause Beck – leider merkt man das immer noch ein wenig am Schriftbild; Die Artikel sind alle in zweispaltiger, und doch gedrungener Schrift gefasst, was das Lesen zumindest mir immer sehr erschwert hat. Ich empfand die JuS meistens als unglaublich schwer zu lesen , habe mich aber inzwischen daran gewöhnt. Besonders seit der Änderung der Optik im Jahr 2004 ist sie schon einfacher zu lesen.

Dennoch: Am besten man besorgt sich ein Exemplar und sucht im Inhaltsverzeichnis einen Artikel oder ein Urteil das einem gefällt. Dann einfach mal Lesen! Geht es flüssig oder ist es eher schwierig den Text ernsthaft zu lesen? Vorteil der JuS ganz klar: Die Masse an Informationen. Eine Fülle an Urteilen überschwemmt den Leser mit jeder Ausgabe. Wer viele Urteile lesen möchte, und dennoch auf Aufsätze nicht verzichten möchte ist hier richtig.

Die JuS bietet aber inzwischen einen zusätzlichen Aspekt: Wer die JuS abonniert erhält (im Preis inbegriffen) Zugang zum Angebot “JuS Direkt”. Hier kann man online alle Hefte seit 2000 einsehen, durchsuchen und ausdrucken. Für die Recherche zu Hause ein unverzichtbares Mittel. (JuS Direkt habe ich hier besprochen und vorgestellt).

Weiterhin bietet die JuS das “JuS Tutorium”, das sind kostenlose PDF-Dateien, die thematische Übersichten zu den Aufsätzen und Beiträge in der JuS beinhalten. Damit wird die Zeitschrift -sofern man sie sammelt oder JuS Direkt nutzt- zum ernsthaften Nachschlagewerk.

Die JA
Die JA war einmal mein Favorit. Ausgewählte Inhalte, die speziell auf das Studium zugeschnitten sind. Die Aufmachung der JA ist auch zweispaltig, aber in grösserer Schrift mit mehr Zeilenabstand. Kästen mit Hervorhebungen sorgen dafür, dass man wenigstens die Essenz eines jeden Aufsatzes / Urteiles mitbekommt.

Die Urteile sind Unterteilt in “Entscheidung” und “Lernteil” was das zielgerichtete Lesen und Verstehen stark vereinfacht. Dabei werden die Urteile speziell für Studenten in Fallmethodik auseinandergepflückt – sowas vermisse ich bei der JuS dann doch. Jedenfalls was den typographischen Teil angeht, gefällt mir die JA immer noch sehr gut.

Leider aber lässt der Service sehr zu wünschen übrig: Sowas wie das JuS Tutorium oder sonstige Recherche-Dienste fehlt ganz. Für mich steht dabei das Fazit fest: Einfach nur eine Zeitschrift ist heute zu wenig. Von einer Zeitschrift, die sich angeblich ganz dem Jura-Studium verschrieben hat, erwarte ich mehr. Die JA ist hier ganz klar hinter JuS und JURA zurück gefallen.

Die JURA
Anfangs war mir die JURA zu abgehoben – und preislich ist sie auch recht anspruchsvoll. Inzwischen will ich sie aber nicht missen: Die Aufsätze sind genau mein Geschmack, werden aber vielen sicherlich zu abstrakt, zu abgehoben sein. Für mich ist die JURA jedenfalls eine sehr gute Ergänzung, die ich mir hin und wieder mal gönne.

Die Urteile hier sind übrigens auf heraustrennbaren Karteikarten – kleine Schönheitsfehler: Die sind nicht immer gleich groß. Ansonsten eine nette Idee, außerdem bietet die JURA für wenig Geld eine CD an, auf der alle bisher erschienen Urteile zusammengefasst sind. Letztlich ist die JURA wohl nichts für jeden, aber man kann mal rein gesehen haben.

Speziell die JURA-CD (Hier von mir vorgestellt) ist ein tolles Werkzeug zum Lernen und zeigt, dass die JURA (so wie die JuS, leider anders als die JA) sich dafür interessiert, neue Inhalte über neue Wege für Studenten zur Verfügung zu stellen.

Die Alternative: AdLegendum

Die Zeitschrift “Ad Legendum” (hier von mir vorgestellt, hier die Webseite) wird von der Uni Münster herausgegeben, ist mit 12 Euro pro Jahr auf jeden Fall bezahlbar und schon zu den kleinen Scheinen ein sehr guter Einstieg. Man kann Sie sich durchaus abonnieren und parallel beziehen, ich würde sie als gelungenen Einstieg und später lohnende Ergänzung zu einer der “großen” Zeitschriften betrachten.

Die Rechtsprechungsübersichten
Es gibt die JuS-RR, die NRÜ die Alpmann RÜ und ich weiß nicht was noch alles. Zeitschriften die nur (aktuelle) Urteile bieten und versuchen aufzubereiten. Wer so etwas braucht, soll sich eine aussuchen, ich hatte so ziemlich jede davon und konnte eigentlich nur selten etwas damit anfangen. Die meisten bekannten, interessanten Urteile stehen eh nach einer Woche im Spiegel und später dann in der JA oder JuS besprochen – und als Studi bin ich nicht auf Urteile vom Fließband nicht angewiesen

Kostenlose (Ausbildungs-)Zeitschriften
Ich möchte aber noch zwei Alternativen vorstellen, die zwar nicht so bekannt sind, aber vor allem auch für Anfänger schon gut geeignet und insgesamt ein idealer Einstieg:

  • Die ZJS (Webseite) ist eine kostenlose Online-Zeitschrift (PDF Format) für Studenten, in der auch bekannte Professoren publizieren. Es gibt keinen Grund, sich nicht einfach auf die Liste zu setzen und einmal monatlich die Ausgabe zu lesen; Dabei überzeugt die ZJS mit stetig zunehmenden Fällen und bekannten Autoren
  • Die IURRATIO (Webseite) ist ebenfalls kostenlos und von mir bisher nicht rezensiert.
  • In der HRR-Strafrecht publizieren Praktiker und Professoren, neben Aufsätzen gibt es auch Urteilsbesprechungen. Wenn ich sie mit etwas vergleichen sollte, dann wohl am ehesten mit der NStZ. Auch für Studenten von Interesse, und: Zitierfähig!
  • Bei der ZIS publizieren vor allem Professoren, ein Vergleich mit der ZStW bietet sich an. Wohl ebenfalls zitierfähig.

Zum Abschluss
Ich kann es nicht oft genug betonen: Eine Zeitschrift ist nur gut, wenn man soe auch liest. Daher: Lieber “nur” eine Zeitschrift abonnieren, die aber dann auch lesen. Es macht keinen Sinn, jede Zeitschrift zu abonnieren um dann die Hefte im Schrank zu archivieren; Ich weiss: So eine JuS macht sich immer gut im Schrank oder in der Tasche, dazu reicht dann aber auch das kostenlose Probleexemplar beim freundlichen Buchhändler und von dem Geld kann man schön essen gehen.

Ein weiterer Aspekt isind die Jahresverzeichnisse: Wer die Hefte aufbewahrt um sie zur Recherche zu nutzen, der braucht gute Jahresverzeichnisse. Die JA bietet das definitiv nicht. Wer einmal ein Jahresverzeichnis der JA neben eines der JuS legt und sich nur die Stichworte ansieht, merkt einen erheblichen Unterschied in der Fülle. Viele Inhalte musste ich mir mühselig bei der JA von Hand  raussuchen, weil ich wusste, dass sie existieren in einem Jahrgang, aber über die Stichworte nicht zu finden waren. Bei der JuS besteht das Problem einfach nicht und es ist für mich ein großer Makel, was die JA hier “bietet”.

Meine Empfehlung ist zur Zeit klar die JuS, vor allem wegen der Zusatzangebote. Bis heute muss man leider auf Jahresinhaltsverzeichnisse in PD-Form verzichten, was ich ziemlich dämlich finde. Auch Volltext-CDROMs gibt es leider nicht. Vielleicht wachen die Verlage hier ja eines Tages auf und erinnern sich der Verantwortung, der sie sich angeblich verschrieben haben wollen, was ich schonmal bemängelt habe. Zum Thema Rechtsprechungsdatenbank bitte auch diesen und diesen Artikel beachten.