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Es gibt Sachen die man an sich in der Anfangszeit des Jura-Studiums angewöhnt oder feststellt, die einen verunsichern. Ein paar Tipps von jemandem, der offen mit solchen Macken umgeht.

1. Passt auf was ihr esst

Habt ihr schonmal versucht mit richtigem Hunger zu lernen? Oder kurz nachdem ihr eine Portion Fritten mit Döner oder Gyros gegessen habt? Das Ergebnis ist immer das gleiche: Das Lernen wird nicht klappen, beim ersterem kann man sich nicht konzentrieren, bei letzterem werdet ihr träge und habt keinen Bock.

Genauso wenn man zu viel Süßkram oder Kaffee konsumiert: Das macht im Regelfall hibbelig und lässt die Konzentration vollkommen abfallen. Daher: Esst vernünftig, stopft euch nicht voll und besonders in “harten Lernphasen” sucht nicht belastende Nahrung wie z.B. Salate.

2. Passt auf wann und wie viel ihr lernt

Klar, der Stoff erschlägt einen irgendwann – vor allem die Fülle. Trotzdem: Rund um die Uhr und speziell Nachts lernen bringt da nichts. Ihr werdet nur Müde, unkonzentriert, lernt fehlerhaft oder vergesst schnell wieder. Das Maximum sollten 2 mal 3 Stunden täglich sein, optimal so ab 10h morgens, weil da der Bioryhtmus bei den meisten auf Hochtouren läuft.

3. Kauft nicht alles

Es ist vollkommen normal, dass ihr den Trieb entwickelt, unendlich Bücher/Skripte zu kaufen – und die ungelesen im Regal stehen zu haben. Das beruhigt schlicht und ergreifend das Gewissen, ausserdem hat man das Gefühl, dass man zwar nur wenig im Kopf, dafür aber im Regal hat. Ihr kompensiert die (gefühlte!) Leere im Kopf mit Fülle im Regal. Wie gesagt: Es ist normal, schämt euch deswegen nicht, versteht es aber so schnell wie möglich und schränkt es dann ein. Es kostet in erster Linie Geld. Euer Geld.

4. Nehmt die Bücher ruhig mit

Irgendwann werdet ihr merken, dass ihr -wann immer ihr irgendwo hin geht- ständig mindestens ein Buch mitschleppt. Mal die Oma übers Wochenende besuchen, in Urlaub fahren, was auch immer: In der Tasche oder im Koffer findet sich mindestens ein Buch zum Lernen. Auch wenn man genau weiss, dass man da gar nicht reingucken wird. Auch hier ist es wieder das Gewissen das treibt, denn: Man kann ja so jederzeit etwas lernen wenn sich die Gelegenheit ergibt. Ganz ehrlich: Macht fast jeder, aber keiner gibt es zu. Daher: Packt euch ruhig was ein.

5. Lest mal was anderes

Bei so viel Stoff den man lernen muss hat man das Gefühl nichts anderes tun zu können: Das ist ein Fehler. Ihr verliert nur den Spass am Lesen an sich. Daher: Nehmt euch Auszeiten und lest “normale” Bücher. Und nur Ausnahmsweise Sachbücher wie z.B. zur Geschichte oder Philosophie – lest aktuelle Krimis oder auch Kinderbücher. Ihr behaltet so den Spass (und die Übung) im Bereich “Lesen” und habt zudem ein bisschen Anschluss an die nicht-juristische Welt. Ansonsten macht ihr euch nur kaputt.

6. Übertreibt es nicht

Man hat schnell das Gefühl der grösste Jurist zu sein und unterfordert zu sein – um dann in der ersten Klausur auf die Nase zu fallen. Macht Langsam, genießt das Studium und auch wenn sie schnell langweilig sind: Beherrscht die Grundlagen. Klar ist Sachenrecht komplexer als das BGB AT – wer aber die Willensmängel nicht beherrscht kann einpacken. Wer anfängt Sachenrecht aus dem FF zu beherrschen, dem bringt das nichts, wenn er durch eine Schuldrechtsklausur muss und hier nicht aus dem Stehgreif einen Rücktritt zu prüfen weiss. Daher: Macht langsam und ruhig und speziell bei den Grundlagen darf es kein Lernen auf Lücke geben.

7. Habt ein Leben

Woran erkennt man (angehende) Juristen auf einer Party? Die reden immer noch über Jura. Es gibt Feten, da stehen Jura-Studenten im Kreis und diskutieren allen ernstes über einen der letzten Fälle der Übung. Ehrlich: Einfach mal abschalten. Und wenn ihr den Ratschlag 5 beachtet habt, könnt ihr in der Tat über was anderes reden, z.B. wie schlecht der 7. Harry Potter Band war. Und notfalls: Über Jura-Studenten herziehen. Macht sich immer gut.

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Judex non calculat... habe irgendwie aus dem "mal" ein "bis" gemacht. Natürlich 6h sind die ersten Semester hindurch ein sinnvoller Rahmen - also stimme ich mit Deiner Zeiteinschätzung doch voll und ganz überein :)

2 mal 3 = 6 ;) Das meinte ich, man lernt am Tag schon 6 Stunden, aber in zwei Blöcken á 3 Stunden. mehr als 6h pro Tag ist nicht praktikabel, vielleicht kurz vor den Examensklausuren, ewnn man auf 8h steigert, aber das ist definitv nicht empfohlen von "gängiger Lernliteratur".

Man muss auch ehrlich sein: Ein Erst- und Zweitsemester kommt sicherlich mit weniger aus. So viel Stoff ist es anfangs ja noch nicht, bei mir fing es mit Verwaltungsrecht und Sachenrecht an, dass ich merkte, einen Punkt erreicht zu haben an dem 2-4h täglich nicht mehr reichten.

"Das Maximum sollten 2 mal 3 Stunden täglich sein, optimal so ab 10h morgens, weil da der Bioryhtmus bei den meisten auf Hochtouren läuft."

Abgesehen vom Zeitpunkt (der unstrittig sein dürfte), ist das meiner Ansicht nach deutlich zu wenig. Das Doppelte: 6h, mit entsprechenden Pausen, sollte deutlich gemessener sein.

Vieles würde ich unterschreiben. :-)

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Dieses private Projekt wird unterstützt von vier Verlagen, die es mir ermöglichen, möglichst viele Rezensionen zu schreiben und denen ich hier aufrichtig danken möchte:

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