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Mich erreicht soeben eine Werbe-Mail: Das neue Produkt “JurionExamen” soll ich mir (als Bezieher des JA-Newsletters) einmal ansehen. Beworben mit diesen Worten:

Jurastudierenden und Rechtsreferendaren bietet JURION.DE mit dem für alle Ausbildungsstadien bestens geeigneten Modul JurionExamen das wöchentlich aktuelle JurionExamen-Telegramm und die gesamte JURION-Datenbank in einem! Und das zum absoluten Ausbildungs-Sonderpreis von nur 9,90 € im Monat!

Ich sehe es mir nicht einmal an – aber nicht, weil mein Examen hinter mir liegt (ich lese ja weiterhin Ausbildungsliteratur), sondern einfach, weil es für mich schlicht sinnlos ist. Zum einen frage ich schon, was das über die Ausbildungszeitschrift JA aussagen soll, als deren Newsletter-Bezieher ich ja angeschrieben wurde: Ist in der JA etwa nicht alles enthalten, was wichtig ist? Und warum ist der Newsletter im gleichen preislichen Bereich wie  gedruckte Ausbildungszeitschriften?

Beeindruckend fand ich da schon eher den Weg, den die MMR (Multimedia und Recht) gegangen ist: Da war man der Auffassung, dass es zu viel Inhalt gab, um ihn in ein Heft zu packen. Seit diesem Jahr gibt es deswegen den 2-Wöchigen MMR-Newsletter mit weiteren Urteilen und Aufsätzen. Und weil die Inhalte nur deswegen nicht in der MMR sind, weil der Platz nicht reicht, ist der Newsletter für die Abonnenten bereits im Preis enthalten. Den Ansatz finde ich schon einmal grundsätzlich begrüssenswert.

Ich denke, wenn man schon eine Ausbildungszeitschrift sorgfältig durcharbeitet, muss das als Grundsockel reichen. Für 10 Euro im Monat würde ich mir wenn, dann einfach eine zweite im Abo dazu holen. Wer das Gefühl hat, dass die Aktualität bei den Zeitschriften ein wenig hinterher hinkt, der braucht dann keine kostenpflichten Newsletter. Ich empfehle folgendes, was kostenlos das Studium nicht nur erleichtert, sondern ein erheblicher Vorteil ist wenn man es ernsthaft betreibt:

  1. Der Newsletter wird auch beworben mit “aktuellen Gesetzesvorhaben”. Beim Bundesanzeiger gibt es einen kostenlosen Newsletter zu dem Thema – abonniert den einfach.
  2. Ihr sucht ganz aktuelle Urteilsbesprechungen bzw. Hinweise auf Urteile? Seid nicht so kompliziert und lest täglich auf Juraexamen.info und Examensrelevant.de mit.
  3. Einmal die Woche seht ihr auf Jurakopf.de, was sich da getan hat
  4. Seht einmal die Woche auf Bundesgerichtshof.de und Bundesverfassungsgericht.de in die Pressemitteilungen (oder noch besser: Lest den RSS-Feed von dort)
  5. Lest die kostenlose (!) Pdf-Zeitschrift ZJS

Für mich gibt es im Ergebnis also keinen Grund, einen solchen Dienst zu abonnieren. Dabei muss man sehen, dass alleine die 5 kostenlosen Punkte oben einen nicht nur ganz aktuell halten, sondern darüber hinaus so viel Zeit kosten, dass man zusätzlich zum normalen Lernen gar nicht noch mehr verarbeiten kann.

Entscheiden müsst ihr natürlich selbst, aber ständig auch nur Geld auszugeben, um sein Gewissen zu beruhigen ist irgendwann auch keine Lösung mehr.

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... kleine Korrektur:

www.zjs-online.com

... na dann kann man natürlich fröhlich weiter ergänzen:

Immer wieder gerne besucht: http://stephan-lorenz.de/ (Prof. Dr. Stephan Lorenz, München) - tolle Sammlung aufbereiteter Rechtsprechung (Zivilrecht)

Onlinezeitschriften:
- http://www.hrr-strafrecht.de/ - Höchstricherliche Rechtsprechung zum Strafrecht
- Für Wahlfachgruppen im "Grünen Bereich": http://www.gb-online.eu - "Der Grüne Bote"

Auch immer mal hilfreich: http://www.gesetzesportal.de - Drucksachen, Protokolle, BGBl I und BGBl II seit 1949 uvm.

Gerichte: Es wird immer mehr und nicht gerade schlechter..
Div. Seiten von Gerichten und Rechtsprechungsdatenbanken der Länder (vieles mittlerweile in der "Hand" von Juris aber frei abrufbar) sind verfügbar.
Auch das BVerfG und das BAG sowie die europäischen Gerichte haben brauchbare Seiten; viele mittels RSS-Feed-Reader konsolidierbar:
http://www.bundesverwaltungsgericht.de/
http://www.bundesarbeitsgericht.de
http://curia.europa.eu/jurisp/cgi-bin/form.pl?lang...

Für das Studium sollte man sicher nicht zu viele Inhalte "abonnieren" - aber die Bundesgerichte und die eine oder andere "offiziellere" Quelle lässt sich leicht überschauen und sollte doch genutzt werden...

Vielleicht entsteht ja hier nun eine kleine Liste freiverfügbarer Juristischer Literatur und Quellen - insb. für´s Studium und die Ausbildung...

da wird der Newsletterverteiler für Werbung missbraucht und es gibt nicht einmal ein Link zum Abmelden in der Mail, super!

Volle Zustimmung!

Der Markt juristischer Fachinformationen ist (sagen wir es vorsichtig): gesättigt. Aber nicht erst seit heute und gleichwohl natürlich immer wieder gute Lehrwerke und Studienliteratur auf den Markt geschmissen werden. Dies gilt sowohl für die Praxis als auch für die Ausbildung/das Studium.

Wenn ich mich vorsichtig zurück "erinnere" (naja sooo lange ist es ja auch noch nicht her...), ist aber die Anzahl vermeintlicher "Must have"-Literatur wirklich drastisch gewachsen.
Diese Entwicklung deckt sich einerseits mit dem gesamten Marktsegement "Juristische Ausbildung - das Geschäft mit der Angst", aber auch mit dem (antrainierten?) Wesen vieler Studenten und auch Referendare, den eigeninitiativen Ansatz der Ausbildung zu vernachlässigen und darauf zu bauen, was einem "vorgekaut" und "empfohlen" wird.

Wie häufig liest man in Mailinglisten z.B. Fragen von jungen "Internet-Juristen" nach einer aktuellen BGH-Entscheidung - Öhm... www.bundesgerichtshof.de? Wie wäre es damit?

"Auf dem Laufenden" zu bleiben ist bei der Flut von freien juristischen Informationen im Internet einfach - die Selektion mitunter schwer... Natürlich ist der Anteil an schlechten, fehlerhaften, nicht verifizierten oder gar verifizierbaren Quellen im Internet groß und für den Unwissenden gefährlich. Mit Bedacht und bei genauerem Hinsehen sollte aber bereits jedem Studenten gelingen, fundierte Angebote zu sondieren und hieraus auszuwählen.

Die Palette reicht von studentischen Online-Zeitschriften (www.law-journal.de), Online-Zeitschriften von Unis (z.B.: www.zjs-online.de) über gute Blogs und Infoangebote (wie diesen hier), Gesetzes- und Informationssammlungen wie dejure.org bis zu sehr spezifischen juristischen Blogs (z.B. www.telemedicus.info) und Informationsangeboten (wie oben erwähnt: Juraexamen.info und Examensrelevant.de etc.)...

Für Ausbildung und Studium muss man sich trotzdem nicht mit kostenpflichtigen Diensten zumüllen. Eine gute Ausbildungszeitschrift reicht völlig. Hierbei sollte im Wesentlichen der persönliche Geschmack entscheiden, denn JA, Jus & Co. sind alle irgendwie brauchbar, wenn man damit umzugehen weiß und dies auch möchte :-) Nicht unerwähnt bleiben sollen hier auch die studentischen Ausbildungszeitschriften wie etwa AdLegendum (www.adlegendum.de) aus Münster...
Der Student benötigt für das Erlernen der Grundlagen und deren Vertiefung jedenfalls keine "Fachmodule" mit sekündlichem Rspr.-Update o.ä.
Ohnehin scheint die juristische Verlagswelt im Moment "verzweifelt" den Onlinemarkt irgendwie ergattern zu wollen... Über die Frage, welchen Entwicklungen hierbei sinnvolle Konzepte zugrunde liegen, überhaupt Konzepte zugrunde liegen oder nur das Rennen um Marktanteile, kann wohl trefflich disskutiert werden...

Probieren geht eben nicht immer über studieren :-))

Super, danke für die Hinweise - ich erweitere mal kurz den Artikel um ZJS, BGH- und BVerfG-Feed

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