Skip to content

Ich muss mir einfach etwas Frust herunterschreiben, während ich über “Schuld und Prävention” von Günther Jakobs aus dem Jahre 1976 verzweifle, jeden Satz teilweise 5 Mal lese, um wenigstens ein Quäntchen Inhalt aus den Sätzen zu gewinnen, deren Aussage sich mir nicht erschliessen will: Zeichnen sich kluge Menschen nicht dadurch aus, dass sie komplizierteste Sachverhalte gerade einfach transportieren können?

Wenn jemand etwas schreibt und nicht in der Lage ist, seine Gedanken sprachlich so zu transportieren, dass man ihn zumindest beim zweiten Lesen versteht: Sollte das nicht sein Problem sein und nicht meins? Und nicht nur auch, sondern gerade dann, wenn es sich um einen Universitätsprofessor handelt?

In diesen Tagen tut der Aufsatz von Leenen in er aktuellen JuS 7/2008 gut, der auf Seite 583 nochmal deutlich und klar festhält:

Wenn Sie etwas nicht verstehen, verzweiflen Sie nicht an sich oder an dem so wichtigen Fach, das Sie studieren.

Nachtrag, als kleines Schmankerl aus obigem Aufsatz, zu finden auf Seite 7 a.E. – man lasse es sich auf der Zunge zergehen:

[...]; denn ein Schuldstrafrecht, das nicht zweckloses Strafrecht sein soll, sondern ein Strafrecht zur Erhaltung einer Ordnung, bedarf, so es im grßen und ganzen Bestand haben soll, auch einer so gearteten Schuld, daß es bei ihrer Berücksichtigung im großen und ganzen Bestand haben kann; anderenfalls würde das Schuldstrafrecht im grßen und ganzen nur Bestand haben, wenn eine prästabilierte Harmonie zwischen Zweckvollem und Schuldangemessenem bestünde, und dann bedürfte es der Schuld zur Begründung und Begrenzung nicht mehr.

Post comment as twitter logo facebook logo
Sort: Newest | Oldest

Was ich ja gar nicht mag, sind ständige Fremdworte. besonders beliebt in den Aufsätzen die ich gerade lese ist "ubiquitär". Klar weiß ich was das heißt, aber warum muss es genutzt werden? Worte wie "Allgegenwärtig" oder "Durchdringend" sind sehr schön und erhalten den Lesefluss. Wenn es meine Ideen sind, die meine Arbeit und mich angeblich auszeichnen, warum kann ich dann nicht in einer Sprache sprechen, die man versteht? Soll ich meine arbeiten demnächst in Esperanto verfassen, gibt das vielleicht extra noten, weil das noch weniger Leser verstehen? *grmbl*

Unterstützer

Dieses private Projekt wird unterstützt von vier Verlagen, die es mir ermöglichen, möglichst viele Rezensionen zu schreiben und denen ich hier aufrichtig danken möchte:

Verlag C.H.Beck

C.F.Müller

WoltersKluwer

DeGruyter

Twitter Post

  • Die Sicherungsabrede der Grundschuld in der Zwangsvollstreckung: Seien wir ehrlich: Wer den Titel gelesen hat, d...
    10:00 AM December 19th
  • Der maßgebliche Zeitpunkt in der verwaltungsgerichtlichen Entscheidung: Eine der wenigen dogmatischen Streitigke...
    4:10 PM December 4th
  • BGHSt 17, 382: Zeuge vom Hörensagen und Unmittelbarkeitsgrundsatz: Die Vernehmung eines “Zeugen vom Hörensagen” ...
    8:25 PM December 1st
  • Referendar, lerne dein Werkzeug kennen: Manchmal hat man auch wirklich nur ein Brett vor dem Kopf: Da hat man si...
    6:52 PM September 2nd

Find us on Facebook