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JuS Direkt im Test

Artikel-Daten: Dez 25th, 2007 | By Jens Ferner | Category: Software, Zeitschriften  | Kurzlink
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Die Zeitschrift Juristische Schulung ist bekannt. Ich selber empfehle ja (bisher) JA und JURA. Doch unn bietet die JuS ihren Lesern einen Dienst namens “JuS Direkt”, der eine Art Online-Archiv sein soll. Ich stelle es hier kurz vor und kann nur eines sagen: Meine Zeitschriften-Empfehlung wird sich bald ändern. (Zur Empfehlung der Zeitschriften geht es hier)

Update: Wie von mir zwischenzeitlich hier angemerkt, hat man bei Beck auf “Beck-Online” umgestellt, worüber man das JuS Direkt Modul abfragt. Dank Beck-Online steht eine sehr Moderne und komfortable Oberfläche zur Verfügung, in der die hier kritisierten Probleme mit der LogOut-Funktion und der Übersicht nicht mehr existieren.

Ich finde, eine Zeitschrift die der Ausbildung dienen soll, muss heute schlichtweg mehr bieten als einfach nur ein Heft, das monatlich erscheint. Es gibt viele neue Möglichkeiten, die man als Anbieter einfach auszuschöpfen hat: So erwarte ich ein Archiv zum Abfragen, Online oder auf CD für Abonennten, ich erwarte Übersichten als PDFs oder sonstige Gimmicks. Bisher war das schlicht Fehlanzeige.

Die JuS fing vor kurzem an, ein “JuS Tutorium” online zu stellen (zu finden hier). Hier werden Lesern, als PDFs, Übersichten zu den Heften ab 2000 angeboten. Das ist nicht nur Zeitgemäß, sondern auch praktisch – es fehlen nur noch digitale Jahresinhaltsverzeichnisse. Das würde das Bild abrunden.

Nun gibt es, gerade eingeführt, den Dienst “JuS Online”, der allen Zeitschriften-Abonnenten zur Verfügung steht. Jeder Abonnent bekommt einen Login und kann dann auf der Webseite beck.de recherchieren.

Das negative Vorab: Die Bedienung ist fürchterlich. Ich finde mich zwar zurecht, doch ist es alles andere als intuitiv. Beispiel: Auswählen der JuS 2006. Ich logge mich ein, wähle auf der Startseite “JuS Direkt” unter “Meine Module”. Sehe dann in einer riesigen Liste die 4 Teile dieses Moduls und muss da dann auf JuS ab 2000 klicken. Es folgt eine Aufstellung, in der ich dann durch die Jahreshefte browsen kann. Wer einmal irgendwo auf der Homepage ist und sich nicht mehr zurecht findet, sollte sich das merken und notfalls immer auf “Home” klicken – um dann wieder von vorne los zu legen.

Ansonsten kann ich (fast) nur positives berichten. Leider werden die Inhalte nicht als PDF angeboten, was klar war – die Aufbereitung ist aber gut und wer oben rechts auf “kopieren” klickt, erhält den Inhalt in einem eigenen Fenster, ohne Beck-Drumherum – dies kann man problemlos kopieren oder ausdrucken.
Wenn man auf “Drucken” klickt kann man problemlos direkt als PDF speichern (Am besten mit FreePDF XP, habe ich hier beschrieben).

Wer einfach nur Blättern will, kann hier komfortabel und schnell alles durchsehen: Die Hefte sind chronologisch sortiert und man sieht in der Übersicht jeweils den Titel des Eintrags, wobei die Titel nach Themen (wie im richtigen Heft) sortiert sind. Mir gefällt es einfach nur gut: Ich kann nicht nur Fundstellen direkt aufrufen, sondern auch einfach alles durchgehen und gucken, ob es irgendwo interessante Artikel gibt.

Darüber hinaus ist es möglich, nach Stichwörtern zu suchen: Oben links gibt es eine Suchmaske. Einfach etwas wie “Vorsatz” eingeben und sich freuen, dass man Fundstellen nun auch schön online suchen kann. Ein bisschen doof wird es dann, wenn man sieht, dass der einzelne Aufsatz aus der NStZ ja nicht zum gebuchten Angebot gehört und man sage und schreibe 7 Euro dafür bezahlen soll. Ich denke, bei Studis die ohnehin ständig im Seminar kopieren können, wäre ein 1 Euro nicht nur angemessen, sondern auch eine kluge Geschäftstaktik. Aber da kommen die bei Beck sicherlich auch bald drauf.

Natürlich kann man auswählen, nur in den gebuchten Modulen zu suchen, das schränkt die Ergebnisse ein und man sieht nur Inhalte, die man auch anklicken kann.

Ein echtes Manko ist die Logout-Funktion: Die muss man nämlich nutzen, wenn man keine Lust mehr hat. Wer einfach den Browser schliesst und dann erneut die Seite aufruft um sich einzuloggen, sieht auf einmal die Meldung, dass der Login nicht geht, weil ja bereits ein User eingeloggt ist. Man muss dann warten (keine Ahnung wie lange), bis der bisherige Login seine Gültigkeit verliert. Wer sich ausloggen will, muss links auf “Service”, dann “Logout”.
@beck: Das ginge auch anders, einfach bei jedem Login evt. bestehende Sessions bereits eingeloggter User löschen. Und der Logout Button sollte dann auf jeder Seite, etwa oben rechts, verfügbar sein – so wie jetzt ist es zu viel Klickerei.

Was fehlt
Esist und bleibt mir ein Rätsel, warum die Jahres- und 5Jahresinhaltsverzeichnisse nicht endlich als PDF für alle angeboten werden. Auch im Online-Angebot von “JuS-Direkt” sind keinerlei Verzeichnisse enthalten. Dies würde das Suchen von Fundstellen erleichtern und die Attraktivität einer Zeitschrift enorm erhöhen. Einen echten grund es nicht anzubieten kann ich nicht erkennen – grosse Geheimnisse sind das ja nun nicht. Da Beck mit dem JuS-Tutorium bereits vorgeprescht ist, hoffe ich ernsthaft, dass dies bald auch kommen wird. Bis dahin ärgere ich mich noch etwas weiter…

Konkurrenz links liegen gelassen
Jedenfalls die JA liegt damit in meinen Augen meilenweit hinter der JuS: Da gibt es nämlich weiterhin nur ein Heft. Bei der JA scheint man sich dafür auch nicht zu interessieren, ich hatte denen mal eine Mail geschrieben, in der ich anspreche, dass Homepage und Jahresverzeichnisse vielleicht attraktiver gestaltet werden könnten – die Antwort war kurz und knapp ablehnend formuliert. Die JURA bietet immerhin noch die gute (und von mir empfohlene) CD mit den Urteilen – bei der JA aber ist man nun ganz ins Hintertreffen gekommen. Sicherlich bin ich hier nicht objektiv, weil ich bei der JA ganz klares Desinteresse an Studenten sehe nach der mir geschickten Mail – doch gebe ich hier auf der Webseite auch nur meine Meinung wider.
Ich sehe vor dem Hintergrund jedenfalls nicht, wie ich die JA (wie bisher) noch weiterempfehlen kann – das Angebot der JuS ist einfach zu gut. Mein Artikel zu den Zeitschriften wird sich also bald ändern. Ich selbst empfehle nun vorbehaltlos die JuS, daneben die JURA.

Die Jurakopf-Einschätzung
Probieren geht über studieren: Es gibt ein JuS-Probeabo für 15 Euro. Da sind 3 Monate JuS und JuS-Direkt enthalten. Ich empfehle jedem, das einfach mal in Ruhe zu testen. Die 15 Euro sind auf jeden Fall sehr gut angelegt. Wer ernsthaft mit Zeitschriften arbeitet und auch mal ältere Jahrgänge lesen will (es geht bis 2000), der wird sich über dieses Angebot freuen.

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7 comments
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  1. [...] für einen guten Preis. Sie ist es auf jeden Fall Wert und spätestens zusammen mit JuS Direkt (Besprechung hier) hat man dann eine umfassende Datenbank um auch mal in Ruhe zu Hause zu recherchieren. Für kleines [...]

  2. [...] neues Portal http://betatest.beck-online.beck.de/ online. Das Schöne: Viele meiner Kritikpunkte in meiner Besprechung von “JuS Direkt” erledigen sich damit, jedenfalls was die Bedienung angeht. Es ist intuitiv, komfortabel und [...]

  3. [...] erhält Zugriff auf das Online-Modul “NJW-Direkt”. Da ich bereits JuS-Direkt nutze (und hier positiv vorgestellt habe) habe ich nun endlich auch die NJW abonniert, wobei NJW-Direkt nun dazu gehört. Eine kurze [...]

  4. Hallo,
    könnt ihr mir bitte die Seite geben, wo man als student probeabo von NJW bestellen kann bzw. wie man erstmals kostenlos 2 ausgaben von NJW anfordern kann?

    vielen Dank!

  5. JuS Probeabo:
    http://www.beck-shop.de/iis/produktview.html/catID/1/prodID/1333/SessionKey/2DE8D6EF5B02483182D9103A10819347/

    NJW Probeabo:
    http://www.beck-shop.de/iis/produktview.html/catID/1/prodID/1318/SessionKey/2DE8D6EF5B02483182D9103A10819347/

    Kostenlos gibt es da aber nichts – wohl stark vergünstigt.

  6. [...] wirklich zu verstehen muss man ein paar Fälle lösen. Ich rate auf jeden Fall dazu, via JuS Direkt zwei oder drei Klausuren zum Stichwort auszudrucken und zu bearbeiten. Ich empfinde die Klausuren [...]

  7. [...] habe JuS-Direkt ja damals bei der Einführung besprochen, hoch gelobt und kann das bis heute uneingeschränkt aufrecht erhalten. Es gibt aber eine Neuerung [...]

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