Jurakopf – Tipps für Jurastudenten: Rezensionen und Tipps für Jura-Studenten

    Aktuelle Headline

    Erneut unterlegen: Repetitoren dürfen weiter in der Uni werben

    Für einigen Spaß hatte in der Vergangenheit gesorgt, dass die Uni Göttingen vergeblich versucht hatte, einem Repetitor die Werbung auf dem eigenen Gelände zu untersagen. Zum Schluss hatte das Verwaltungsgericht Göttingen dem Repetitor Recht gegeben, ich hatte hier berichtet. Die Universität hatte gegen den Beschluss Beschwerde eingelegt – was vom OVG Niedersachen (2 ME 167/10) [...]

    Jurakopf.de-Intern

    Sehr geehrte Fr. Hermann…

    Eva Hermann legt nach, in einem Statement zu ihrem gestrigen “Kommentar” zum Thema “loveparade” (hier von mir angesprochen). Ich möchte das, was dort steht, nicht mehr dezidiert analysieren, denn offenbar versteht Fr. Hermann nicht worum es geht. Und wenn ich lese, dass Sie anfängt, zu schwadronieren, sie sei es gewohnt, dass sie wegen dem was [...]

    Jurakopf.de-Intern

    Scham angesichts mancher Medienberichte zur #loveparade

    Bisher hatte ich zu den tragischen Vorkommnissen bei der Loveparade nur sehr wenig (und nur via Twitter) geschrieben. Da ich selbst mit der Veranstaltung nie etwas zu tun hatte und auch niemanden kenne, der hier involviert ist, war ich zwar von einer allgemeinen Trauer und tiefen Bestürzung erfasst (begleitet von zunehmender juristischer Fassungslosigkait ob der [...]

    Aktuelle Urteile, Hinweise auf Urteile und auch Urteilsbesprechungen finden Sie hier.



    Ausschluss vom Masterstudium wegen Bachelor-Note zulässig

    Die folgende Pressemitteilung des VG Mainz fand ich interessant:
    Es ist rechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Hochschule in der Prüfungsordnung für einen konsekutiven Masterstudiengang die Zulassung eines Bachelorabsolventen zu diesem Studiengang davon abhängig macht, dass der Bewerber das Bachelorstudium mit einer bestimmten ECTS-Note abgeschlossen hat. Dies folgt aus einem Beschluss der 6. Kammer [...]

    Die Fiktive Schadensabrechnung und die Vertragswerkstatt: Neues vom BGH

    Der Bundesgerichtshof hatte wieder einmal den “Evergreen” des Schadensersatzrechtes dazwischen: Die fiktive Schadensabrechnung eines beschädigten KFZ auf Basis der Kosten einer Fachwerkstatt (Vertragswerkstatt). Der Grundsatz ist kurz festgehalten: Der Geschädigte kann grundsätzlich bei einer Abrechnung fiktiver Reparaturkosten auch die Kosten einer markengebundenen Fachwerkstatt zu Grund legen (siehe Palandt, §249, Rn.14, zuletzt bestätigt durch BGH, VI [...]

    Erneut unterlegen: Repetitoren dürfen weiter in der Uni werben

    Für einigen Spaß hatte in der Vergangenheit gesorgt, dass die Uni Göttingen vergeblich versucht hatte, einem Repetitor die Werbung auf dem eigenen Gelände zu untersagen. Zum Schluss hatte das Verwaltungsgericht Göttingen dem Repetitor Recht gegeben, ich hatte hier berichtet. Die Universität hatte gegen den Beschluss Beschwerde eingelegt – was vom OVG Niedersachen (2 ME 167/10) [...]

    Darf ein Rep in der Uni werben: Ja, vorerst! (Update: Nein, nicht mehr)

    Wie heute bei Beck-Online zu lesen ist, hat das Verwaltungsgericht Göttingen a, 26.2. (4 B 10/10) angeblich beschlossen, dass ein Repetitor nicht in einer Uni werben darf. Der direkte Wettbewerb solle ein Problem sein, speziell der erweckte Eindruck, die Uni-Angebote seien unzureichend. Allerdings geht es in der Sache vielmehr um ein Hausverbot, dass die Uni [...]

    Vorsicht beim Abstellen von Strom…

    Ich habe beim Amtsgericht München (212 C 16694/09) einen entschiedenen Fall gefunden, der für zivilrechtliche Klausuren (Fortgeschrittenen-Niveau) durchaus interessant sein könnte. Zum einen wird ein sehr einfacher Sachverhalt geboten, zum anderen hat man zwei beliebte Themen, die auf einem sehr verständlichen Niveau kombiniert werden können.

    Wann ist ein Ast ein “Werkzeug”?

    Der Klausur-Klassiker schlechthin aus dem Strafrecht lag dem OLG Köln (83 Ss 87/09) vor: Jemand wollte eine andere ausrauben, trat an diese von hinten heran, drückte ihr einen Ast in den Nacken und sagte „Gib die Tasche her, hält’s Maul“. Frage: Handeln mit einem Werkzeug? (§250 I 1 b StGB).
    Im vorliegenden Fall verlangt das OLG [...]

    Örtliche Zuständigkeit bei bauvertraglichen Angelegenheiten

    Frage: Wie ist bei der Frage der örtlichen Zuständigkeit zu verfahren, wenn zwar kein Bauwerk errichtet werden soll, aber eine Reparatur an einem Bauwerk vorzunehmen ist? Vorliegend wurde über die Reparatur einer in einem Gebäude fest verbauten Klimaanlage gestritten.
    Das LG Berlin (49 S 139/09) hatte sich mit dieser Frage zu befassen. [...]

    Das Projekt Jurakopf.de

    Jurakopf.de ist ein privat betriebenes Projekt, dass sich vornehmlich an Jurastudenten und Rechtsreferendare widmet. Ich habe es Anfang 2008 aufgebaut, weil mir einfach bodenständige Rezensionen und Produktvorstellungen fehlten, die ich als Kaufentscheidung nutzen konnte.

    Das Ziel der Seite ist es, lesbare und verständliche Rezensionen zu Literatur und Produkten zu bieten. Nebenbei gibt es Hinweise auf aktuelle Neuerungen und kleinere Tipps aus dem Studienalltag. Die Seite ging erst vor kurzem Online, dabei war ich mit meinen Problemen wohl nicht alleine: Inzwischen habe ich hier über 1500 Leser pro Tag.

    Im September 2008 wurde das Projekt Jurakopf auf dem 17. EDV-Gerichtstag als bestes freies Internetprojekt in der Kategorie "Lernen" ausgezeichnet.

    Übrigens: Werbung etc. gibt es hier nicht, es bleibt ein privates Projekt - wenn ich etwas zu empfehlen habe, dann tue ich das in einem Artikel. Details und das Impressum sind hier zu finden

Alle Einträge mit dem Tag: ‘ ingeborg puppe ’

Materialien von Puppe

Jan 29th, 2009 | By Jens Ferner | Category: Arbeitstipps

Ich konnte in diesem Semester leider nur sporadisch teilnehmen, doch die Arbeitsmaterialien von Prof. Puppe stehen zum freien Download und sind auch so sehr nützlich:

  1. Strafrecht AT Vertiefung bietet eine dogmatische Vertiefung des allgemeinen Teils des StGB. Beispiel: Die 8-Seitige Ausarbeitung zum Dolus-Eventualis mit zahlreichen Literaturverweisen wird in jeder Hausarbeit zum Thema sicherlich 2-3 Punkte ausmachen. Einfach mal reinsehen, selten ist die Chance gegeben, auf derart professionelles Material kostenlos zuzugreifen.
  2. Die Materialien zur juristischen Methodenlehre sind für diejenigen praktisch, die das Buch “Kleine Schule…” von Puppe gelesen habe und etwas vertiefen möchten.

Dank an Skriptorama - obwohl ich selber an den Kursen teilnehme bin ich nicht auf die Idee gekommen, den Hinweis zu den Materialien zu platzieren.



Puppe: Strafrecht AT im Spiegel der Rechtsprechung

Dez 31st, 2008 | By Jens Ferner | Category: Strafrecht AT

Ich habe “Strafrecht AT im Spiegel der Rechtsprechung” (Band 1 + 2) von Ingeborg Puppe durchgearbeitet und möchte es hier empfehlen. Das Ganze hat aber zwei Haken:

  1. Der erste Band ist schon nicht mehr erhältlich
  2. Es ist nichts für das Studium

Den ersten band musste ich mir gebraucht kaufen, was recht lange dauerte, es ist aber möglich. Ausschlag gebender ist, und das möchte ich nicht verschweigen, dass man diese Bücher nicht für das Studium – gemeint ist für die Klausuren – braucht. Man lernt hier nicht “Strafrecht AT”, man muss Vorwissen mitbringen. Und man lernt hier auch, wirklich durchgehend, nichts von dem, was die h.M. transportiert. Man lernt aber sehr wohl, wie man die h.M. hinterfragen kann, wo sich Probleme auftun und wie man die angehen kann.

Puppe geht dazu hin und teil das Buch in verschiedene Kapitel ein (z.B. Versuch), die dann wieder ein einzelne Themen unterteilt werden (z.B. Tatbestand des Versuchs, strafbefreiender Rücktritt). In den einzelnen Unterthemen werden dann Probleme aufgegriffen (z.b. “umgekehrter Tatbestandsirrtum”), die anhand eines höchstrichterlichen Urteils, im Regelfall BGH, manchmal ein OLG, besprochen werden. Dabei geht Puppe auf die h.M. ein, und zerlegt diese regelmässig um ihre eigene Sicht darzustellen.

Das Ergebnis ist eine durchgehend kritische Analyse des allgemeinen Strafrechts, orientiert an höchstrichterlicher Rechtsprechung mit vielen interessanten Verweisen. Die kleinen Bände mit ca. 350 Seiten sind gar nicht so dünn wie sie scheinen, aber: Man kann sie wirklich lesen; Anders als befürchtet war der Schreibstil nicht “zu abgehoben”, es macht mitunter Spass und man muss auch wirklich selber mitdenken. .

Jeweils in den Kapiteln, am Ende der behandlung aller Unterthemen, gibt es eine Zusammenfassung in Thesen, die das jeweils gesagte anschaulich zusammen fasst. Ich möchte hier anraten, zuerst die Zusammenfassung zu lesen und dann schrittweise die Probleme durchzugehen – das macht es noch verständlicher.

Dieses Buch ist nur für die Studenten, die am Strafrecht wirklich Spaß haben und sich auf einer ganz anderen Ebene mit bekannten Fragen auseinandersetzen möchten. Es lohnt sich nicht, wenn man mit Strafrecht kaum was zu tun hat oder auch sonst dem etwas abgehobenen wissenschaftlichen Stil nichts abgewinnen kann. Wer “einfach nur Fälle lösen will”, also nach Schema-F, der wird hier nach wenigen Seiten angenervt sein. Es ist eines dieser Bücher, das man für sich liest – und für keinen anderen. Vor allem vür keine Klausur.

Hinweis: Wer begreifen möchte, wie Puppe argumentiert und wie man wirklich kritisch arbeitet, der muss auch nicht zu diesem Buch greifen. Dann ist die “Kleine Schule juristischen Denkens” besser geeignet.



Puppe in der JuS: Ein seltener Gast

Dez 31st, 2008 | By Jens Ferner | Category: Rausgepickt: Strafrecht

Einfach aus Interesse habe ich die JuS durchgeblickt, um Aufsätze von Ingeborg Puppe zu finden und nachzulesen. Generell ist es für mich interessant, Aufsätze oder Anmerkungen bestimmter Strafrechtler zu lesen, ich überlege das in Zukunft auch mit anderen zu machen (man kann sich wundern, wie viel z.B. Papier in der JuS verfasst hat).

Puppe hat in der JuS eher selten publiziert, ihre für Studenten interessantesten und verständlichsten Ausführungen zur objektiven Zurechnung findet man hier leider gar nicht, dazu muss man zur JURA oder ZJS greifen.

Dafür gab es vier Beiträge, die ich hier einfach kurz als Fundstelle verlinke:

  • Grundzüge der actio libera in cause (alic) in JuS 1980, Seite 346ff.
  • Kausalität der Sorgfaltspflichtverletzung in JuS 1982, Seite 660ff.(Ausführungen anhand BGH in NJW 1982, 292) – dieser Beitrag ist insofern hervorzuheben, weil sie hier unter dem Punkt VI das Unbestimmtheitsverfahren von Jakobs erläutert und analysiert
  • Namenstäuschung und Identitätstäuschung in JuS 1987 ab Seite 275 behandelt ein Standardproblem in Hausarbeiten. Für Klausuren zu viel an Wissen, wer in seiner Hausarbeit Urkundsdelikte als Schwerpunkt zu bearbeiten hat, sollte hier reinsehen
  • Urkundenechtheit bei handeln unter fremden Namen in JuS 1989, Seite 361ff. ist ebenfalls für Hausarbeiten mit Schwerpunkt Urkundsdelikte ein kleiner Tipp.

Neben diesen vier Hinweisen, die nur aus wissenschaftlichem Interresse heraus interessant sein dürften, möchte ich eine Arbeit von Koriath aus der JuS 1997 gesondert hervorheben: Ab Seite 901 schreibt er zur “aberratio ictus” und behandelt hier auch (das ist quasi Pflicht in dem Bereich) Puppe, zu finden ab Seite 904. Er stellt zuerst Puppes Ansicht dar, um sie so dann zu widerlegen. Oder besser: Um es zu versuchen.

Auch wenn der Aufsatz gelungen ist, findet sich erst im Jahr 1998 ein Beitrag, der ihn wirklich abrundet – verfasst von Ingeborg Puppe. Auf Seite 287 a.E. ist eine Erwiderung von Puppe unter dem vielversprechenden Titel “Umgang mit Mindermeinungen”, in dem sie Koriath – man verzeihe mir den Ausdruck – sprichwörtlich zerlegt.

Ich selbst lese gerne Arbeiten zum Strafrecht, dabei besonders von Puppe, Jakobs aber auch Roxin und Rudolphi. Daher lege ich gerne mal Listen wie diese an. Selbst wer das nicht tut, dem sei empfohlen, sich die Koriath/Puppe-Beiträge anzusehen – es ist aber recht anstrengend zu lesen, wenn auch lohnend.



Lesetipp: Kleine Schule des juristischen Denkens

Dez 23rd, 2008 | By Jens Ferner | Category: Grundlagen

In der aktuellen JuS 12/2008 findet man unter dem Titel “Die juristischen Ausbildungsbücher des Jahres 2008 – Eine Leseempfehlung von JuS-Autoren für JuS-Leser” findet man auf Seite 1136 diesen Absatz:

Darum gilt sie [Puppe] manchem im Studium als schwer verständlich. Mit diesem Klischee sollte jetzt Schluss sein. Denn die kleine Denkschule ist beides: theoretisch ansprechend und doch verständlich (manchmal gar unterhaltsam) geschrieben.

Also ich stimme den Autoren in der JuS in zwei Punkten zu:

  1. Puppe gilt als schwer verständlich
  2. Dieses Buch gehört definitiv auf jede Empfehlungsliste für juristische Literatur – es dürfte eine der Neuerscheinungen dieses Jahres sein.

Aber: Bzgl. Puppe ist der schwierige Zugang zu “ihrer Welt” kein Klischee sondern Fakt. Und auch wenn die kleine Schule juristischen Denkens in der Tat verständlich ist, so ist es keinesfalls einfach, wie es in dem Artikel ein wenig suggeriert wird.

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ZJS 6/2008 ist erschienen

Dez 22nd, 2008 | By Jens Ferner | Category: Zeitschriften

Wie immer der kurze Hinweis: Die ZJS 6/2008 ist erschienen, Download hier. Ein Schmankerl ist sicherlich der zweite Teil zu “Die Lehre von der objektiven Zurechnung und ihre Anwendung” von Puppe, ebenfalls schön und aktuell ist die (recht praxisnahe) Klausur zur öffentlichen Videoüberwachung durch eine Behörde von Greve ab Seite 624.



ZJS 5/2008 erschienen

Okt 9th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Lead-Artikel, Zeitschriften

Die (kostenlose) ZJS 5/2008 ist erschienen und wie immer einen Blick wert – diesmal enthält sie als Schmankerl einen Aufsatz von Puppe zum Thema “Objektive Zurechnung” – der Klassiker von Puppe schlechthin. Auch wenn es der erste von zwei Teilen ist rate ich dringend dazu, rein zu sehen. Das Heft gibt es hier als PDF.