Sehr geehrte Fr. Hermann…
Jul 26th, 2010 | By Jens Ferner | Category: Alltag, Jurakopf.de-InternEva Hermann legt nach, in einem Statement zu ihrem gestrigen “Kommentar” zum Thema “loveparade” (hier von mir angesprochen). Ich möchte das, was dort steht, nicht mehr dezidiert analysieren, denn offenbar versteht Fr. Hermann nicht worum es geht. Und wenn ich lese, dass Sie anfängt, zu schwadronieren, sie sei es gewohnt, dass sie wegen dem was sie sagt, angegriffen zu werden, werde ich wütend.
Sehr geehrte Fr. Hermann: Es geht nicht darum, dass Sie die Loveparade kritisieren. Es ist mir auch gleich, welche Vorstellung Sie persönlich von Sitte und Moral haben. Ich verurteile Sie nicht einmal, obwohl ich die Vermutung habe, dass Sie wahrscheinlich niemals an diesem Event teilgenommen haben und nur auf Grund äußerer Eindrücke eine breite Masse junger Menschen in einen Topf werfen und verurteilen.
Ich verurteile Sie aber weiterhin dafür, dass Sie einen tragischen Unglücksfall – der vielleicht hätte vermieden werden können und für den man evt. (teilweise) Verantwortung an Menschen zuweisen kann – mit Dingen vermischen, die damit nichts zu tun haben. Der Einwurf, dass “höhere Mächte hier evt. mitgespielt haben” ist geschmacklos und widert mich an. Nun auch noch ihre persönliche Rolle mit dem Leid und dem Schicksal der vielen toten und verletzten Menschen zu vermischen, wenn Sie meinen, es gewohnt zu sein für Ihre Äußerungen kritisiert zu werden, ist unangebracht.
Ebenso wie die Frage des von Ihnen wohl gesehenen “sittlichen Verfalls der Gesellschaft” nichts damit zu tun hat, dass evt. auf Grund eines schlechten Sicherheitskonzeptes 19 Menschen qualvoll zu Tode gewälzt und gequetscht wurden – von anderen Menschen, die nun ihr Leben lang mit dem Gefühl leben müssen, unwillentlich aber in vollem Bewusstsein an diesem Vorgang beteiligt gewesen zu sein. Sie vermischen schlicht Dinge, die nichts miteinander zu tun haben. Und, Fr. Hermann, in den letzten Jahren war genug Möglichkeit, an der Loveparade Kritik zu üben. Dass Sie dies ausgerechnet jetzt tun müssen, nur einen Tag nachdem Menschen zu Tode gekommen sind, lässt mich an ihren Motiven zweifeln.
Sehr geehrte Fr. Hermann: Da Sie offensichtlich nicht in der Lage sind, das Thema ohne ihre persönliche moralische Sicht ansprechen zu können und Sie damit den Menschen weh tun, die in Trauer und Entsetzen in diesen Tagen mit dem Ereignissen konfrontiert sind, halten Sie doch bitte einfach mal den Mund.
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