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Internes: Aktivitätsindex steigt wieder

Aug 27th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Jurakopf.de-Intern  | Kurzlink

Es ist geschafft: Meine Seminar-/Examenshausarbeit (die übrigens das Feindstrafrecht behandelt) ist geschrieben und heute abgegeben. Ich werde bis zum Wochenende noch brauchen, um den Kopf wieder frei zu bekommen, anstehende Aufgaben zu sortieren und das Inhalts-Konzept für Jurakopf wieder aufzufrischen – dann geht es aber endlich wie gewohnt mit den Inhalten weiter.

Im Weiteren kurz zwei Hinweise: Einmal die niemanden interessierende Frage, worüber ich geschrieben habe. Und dann die Erkenntnis, dass telefonieren lohnt.

Meine Arbeit geht über 70 Seiten, dabei stelle ich mir noch immer die Frage, ob es wirklich Zufall war, dass ausgerechnet ich das Thema “Schuld bei Jakobs” bekommen habe. Angemeldet hatte ich mich eigentlich mit einem anderen Thema, daraus wurde dann aber die Jakobs-Geschichte. Und das ausgerechnet mir, der ich so gerne was zum Feindstrafrecht schreibe.

Ich habe in der Arbeit den funktionalen Schuldbegriff von Jakobs besprochen und (anscheinend als erster in der Literatur) die Behauptung (mit Nachweis) gewagt, dass das Feindstrafrecht von Jakobs nichts anderes als logische Konsequenz aus seinem funktionalen Schuldbegriff ist. Das Fazit: Der funktionale Schuldbegriff (von Jakobs) führt zwingend in ein Feindstrafrecht. Interessanterweise hat eben dies Arthur Kaufmann schon in den 80ern des vergangenen Jahrhunderts angemahnt (auch wenn er nicht direkt vor einem Feindstrafrecht warnte) und wurde geflissentlich ignoriert :) Ein anderer Autor meinte immerhin “Die funktionale Schuld öffnet die Tür weit zum Feindstrafrecht”, was ja in die Richtung geht – aber eben nicht zwingend. Scheinbar fehlte bisher der Mut, den Zusammenhang herzustellen, was auch irgendwo verständlich ist.

Nebenbei habe ich noch einen Ausweg entwickelt, wie man das Dilemma des funktionalen Schuldbegriffs löst und einen brauchbaren Weg mit ihm finden kann – der nicht zum Feindstrafrecht führt. Diesen Ansatz habe ich aber nicht in die Arbeit aufgenommen, so wie ich leider die Kritik von Jakobs am bestehenden System und die Bezugspunkte der Jakob’schen Lehre kürzen musste – sonst wären es über 100 Seiten geworden. Vielleicht bietet sich später die Chance, meinen Lösungsansatz zu präsentieren, mal sehen – hängt am Prof.

Einen dringenden Tipp für die Jüngeren (Ältere werden es hoffentlich ohnehin tun): Es ist heute normal, seine Arbeit binden zu lassen. Ich hatte nun über 70 Seiten im Ausdruck (mit Vorblättern halt) und musste es 8 mal ausdrucken und binden. Da habe ich mir dann doch einen Dienstleister gesucht, denn mein vorhandenes Bindegerät ist zwar OK, aber nicht so professionell – ich hätte Stunden gebraucht. Ich habe in Aachen verschiedene Copyshops durchtelefoniert und die Preise erfragt, dabei gab es ein erstaunliches Bild: Von 124 Euro (kein Scherz) bis zu 45 Euro ging die Preisspanne um meine Arbeit auszudrucken und binden zu lassen. Ich habe übrigens nicht den günstigsten genommen, für 50 Euro gab es nämlich die Garantie, dass es innerhalb von 2h fertig ist (wenn ich es per Mail zustelle) – was auch eingehalten wurde, bei herausragender Qualität.

Mein Fazit: Nicht in den erstbesten Copyshop,sondern zum guten alten Telefon und ruhig mal 15 Minuten telefonieren. Lohnt sich durchaus. Bei Hausarbeiten weniger, aber wenn man wie jetzt etwas mehr zu tun hat, rechnet sich das schnell.

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