Das Lawblog weist darauf hin, dass bei “Frag-einen-Anwalt.de” jemand offensichtlich versuchte, seine Hausarbeit lösen zu lassen, zumindest in Ansätzen. Von mir dazu drei Hinweise, ganz besonders unter dem Aspekt, dass ich die Notlage der absoluten Verzweiflung verstehe:
- Es lohnt sich nicht. Die Gefahr bei sowas erwischt zu werden ist immens hoch.
- 190 Euro hat der Fragende geboten – das ist Wahnsinn. Ganz umsonst ist es, ins Seminar zu gehen und sich mit anderen Mitschreibern auszutauschen. Jedenfalls in meinen Übungen wurde betont, dass Teamwork gewünscht ist – nur eine gemeinsame Bearbeitung ist untersagt. Oder wie ein Prof meinte: “Tauschen Sie bitte Ihre Gedanken, tauschen Sie aber auf keinen Fall ihre Schriftsätze”.
- Hinweise von echten Praktikern sind bei Hausarbeiten gerne und häufig wertlos: Die kommen mit Ansätzen die nicht gewollt sind, übersehen Meinungsstreits die für sie irrelevant sind – aber in der HA Punkte bringen. Oder anders: Was vor Gericht Recht bringt, bringt noch lange nicht Punkte in der Hausarbeit. Zudem wird es nichts bringen, wenn jemand zwar eine Lösungsskizze aufsetzt, man aber die eigentliche Arbeit (Heraussuchen der passenden Literatur) immer noch selber machen muss. Anders als bei der Klausur liegt in der Hausarbeit eben hier der Schwerpunkt.
Ich weiss, dass Punkt (2) umstritten ist – vielleicht möchte der ein oder andere mitteilen, wie es an seiner Uni aussieht? Persönlich ist es für mich schlicht Schwachsinn, einen auf “Einzelkämpfer” zu machen – weder in der Praxis noch in der Lehre sind die Einzelkämpfer die Gewinner. Das ist aber, ich betone es nochmals, kein Grund zu Betrügen – ein gedanklicher Austausch ist aber nötig und wichtig.
Zufällig bin ich über das hier gestolpert:
http://www.jura.uni-tuebingen.de/professoren_und_d...
Zitat: "Auch ist es erwünscht, dass ich die von mir gefundenen Ergebnisse mit Kommilitonen diskutiere"
Übrigens: Ist Prof. Kühl der einzige, der eine solche Erklärung abgeben lässt? Mir persönlich war ein solches Prozedere bisher unbekannt.
Gruß!
PS
"es einige Seminarangestellte"
Ja, da muss ich bei mir auch einschränken: Mitarbeiter sind hin und wieder strenger als die Profs selber. Selbst der Hinweis auf den Prof hat selten gefruchtet; Das persönliche Gespräch zusammen mit dem Mitarbeiter und dem Prof dagegen mehr ;)
Wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass eine (wohl große) Zivilrechtshausarbeit 190 € wert ist? Vor allem für wahrscheinlich nicht gerade umfrangreiche Lösungshinweise.
ad 2): Die Profs betonen auch hier im Norden meistens, dass Hausarbeit gleich Teamarbeit ist. Allerdings gibt es einige Seminarangestellte, die bei jedem Gespräch zum Thema einer HA (oder zu einem Thema, das Thema einer HA sein könnte) damit drohen, dem Dekanat Bescheid zu geben. Und sie rallen es auch immer noch nicht, dass Reden noch erlaubt ist ^^
Mir ist das so auch unbekannt, aber: Ich finde es gut. Schon mehrfach wurde ich von Studenten anderer Studiengänge darauf hingewiesen, dass die Erklärungen in dieser Art abgeben müssen - und dass sie verwundert sind, warum es das bei mir nicht gibt.
Dabei ist das Formblatt von Prof. Kühl sehr schön: Nicht unhöflich oder drohend, es fasst alles flott zusammen und sorgt für Klarheit. Besonders gefällt mir der letzte Satz, der klar macht, dass es weniger um Sanktion als vielmehr um die Tatsache geht, dass ja die eigene Leistung benotet werden soll.
Ich glaube, ich nehme den Hinweis gleich noch in einen eigenen Artikel auf - vielleicht findet das Blatt ja Freunde an anderen Unis.
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