Der Eee-PC: Optimal für Jura-Studenten?
Artikel-Daten: Mrz 17th, 2008 | By Jens Ferner | Category: Alltag, Arbeitstipps | KurzlinkJens Ferner bei Twitter folgen
Den Eee-PC beobachte ich schon etwas länger, gekauft habe ich mir keinen. Noch nicht. Dass es sich um eine bemerkenswerte Etnwicklung handelt, wusste ich spätestens, als mich im juristischen Seminar selbst ein bekennender “Ich-bin-Nur-Nutzer” auf dieses “DinA5-Notebook” angesprochen und mich gefragt hat, was ich davon halte. Da mir kein Exemplar zum testen vorlag, konnte ich bisher nichts schreiben, nun hat mir jemand übers Wochenende mal einen geliehen und ich kann ein paar Zeilen dazu schreiben.
Zuerst einmal: auf Anhieb überzeugt das Gerät. Extrem klein, unvorstellbar leicht – trotzdem praktikabel. Ich habe sehr grosse Hände, dennoch war ein problelauf auf der Tastatur kein Problem. Die winzig erscheinenden 4GB Festplatte sind für die Zielgruppe “extrem mobiles Arbeiten” vollkommen ausreichend, auch wenn man es zuerst nicht glauben mag. Hinzu kommt, dass man mit SD-Karten als Speichermedium arbeiten kann, so dass Speicher für normales Arbeiten zur Genüge vorhanden sein sollte. Das Produkt ist im ersten Fazit für mich wirklich gut. Und jetzt kommt das “Aber” – oder genauer: Die zwei “aber”.
Erstes Manko: Das System
Ich mag Linux und werde nichts gegen Linux sagen. Aber Linux ist nunmal nicht Windows, mithin laufen Windows-Anwendungen auch nicht unter Linux. Auf meinem Rechner stört mich das nicht, da habe ich einen virtuellen PC mit Windows laufen, in dem ich meine leider notwendigen Windows-Anwendungen nutzen kann. Wie z.B. meine juristischen Datenbanken. Ein Rechner auf dem ich die nicht nutzen kann ist mir nichts wert als Studenten-Rechner, tut mir leid. Und von Hand Windows installieren ist mir zu blöd, ich will bei so einem Rechner kaufen und dann nutzen. Nicht kaufen, uminstallieren und dann vielleicht nutzen.
Zweites Manko: Der Bildschirm bzw. die Auflösung
Man muss wissen, dass ich mit meinen Datenbanken nicht der Regelfall bin: Nicht jeder will seine BGHSt CD laufen lassen, manch einer wird sagen: “Wenn ich damit schreiben kann ist das ausreichend”. Auch ich stelle es mir cool vor, mit dem Gerät meine nächste Seminararbeit zu schreiben. Jedenfalls tat ich das, bis ich es in der Praxis hatte – wer die Textanwendung startet wird feststellen, dass man nach rechts scrollen muss, um den rechten Rand zu sehen. Man kann nicht schreiben und dabei die gesamte Textfläche im Blick haben. Für mich ein unerträglicher Zustand. Der kleine Bildschirm mit der zu niedrigen Auflösung (7’’ – Auflösung: 800×480) ist einfach nur zu wenig.
Noch ein Aber!
Der Eee-pC, so vermute ich, war ein Testlauf. Nachdem er innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war, legt Asus bald nach: Mit grösserem Display, höherer Auflösung und sogar mehr Festplatte. Sogar ein Windows XP soll dabei sein. Damit werden direkt beide Mankos von mir nichtig, unabhängig vom System ist das grösste Manko (der Bildschirm) auf jeden Fall erledigt. Vorraussichtlich im Mai darf man sich darauf freuen, ich werde wieder etwas dazu schreiben, sobald mir ein Gerät zum testen vorliegt.
Bis dahin aber sollte jeder sich in Ruhe das Gerät erst ansehen und dann entscheiden. Da die neue Auflage absehbar ist, wären die 300 Euro jetzt sicherlich zu viel. Aber selbst wer einen gebrauchten noch günstiger angeboten bekommt: Testet es erst. Ich bin davon überzeugt, dass es nur der erste von vielen war und die nächsten Modelle werden ausgereifter sein. So oder so: Sparen kann man heute an allem, aber das Display muss schon eine Textseite in der vollen Breite darstellen können, man sollte einen SD-Steckplatz haben und ein WLAN-Modul muss enthalten sein. Sobald ein Gerät euch das bietet ist es auf jeden Fall auch einen zweiten Blick wert.
Jurakopf bei sozialen Netzen

Dass Querscrollen tödlich ist — unbestritten.
Aber: nach meinem Wissen ist OOo auf Eee-PC installiert. Dort gibts den Ansichtsmodus “Web-Layout”. Der passt den Textbereich dynamisch an das Arbeitsfenster an. Querscrollen sollte damit überflüssig sein. (Ausprobieren, ich habs selber nicht praktisch probiert mangels EEE-PC.)
@ Wolf-Dieter:
Richtig, Web-Layout funktioniert problemlos.
Allerdings habe ich auch in der Einstellung Druck-Layout kein Scrollproblem – Blatt wird vollständig dargestellt – kein Scrollproblem beim Schreiben erkennbar.
Das vielzitierte Scollproblem bei der eee-Standarauflösung 800*480 tritt an einer anderen Stelle auf: Beim voristallierten Firefox-Browser. Viele installieren daher Opera nach.
Davon ganz unabhängig:
Der eee kann kein vollständiger Arbeitsplatzrechner sein und will das auch nicht. Längere Schriftsätze wird man da kaum schreiben.
Und wenn ich DVD-Rechtsprechungsrecherche machen will müsste ich eh ein externes Laufwerk anstöpseln.
Dass muss der Kleine nicht Wuppen. Bei mir bleibt Xandros im Full-Desktop-Mode erstmal drauf.
Als Überall-und-Zwischendurch-Arbeitsmöglichkeit (auch WLAN wenns den sein soll, auch möglich: Bluetooth mit Mini-Dongle über Mobiltelefon) ist er eben jedem PDA (z.B. Palm T/X mit Docs-To-Go o.Ä.) an Ergonomie überlegen. Und bietet dabei den Vorteile, mit dem Betriebssystem der Wahl bestückbar zu sein und über die notwendigen Anschlüsse (SD-Karte vertragen die PDAs auch aber:) 3 USB und Anschluss für externen Monitor zu verfügen.
Gestern zB. hat der Lütte z.B. ohne Probleme einen auswärtigen Vortrag mit .pps und .pdf über Beamer unterstützt. Und passte zusammen mit den anderen Vortragsmaterialein bequem in den normalen Anwaltskoffer
)
Da bin ich schon zufrieden.
Gruß von der Ostsee.
A. Buck
“Und wenn ich DVD-Rechtsprechungsrecherche machen will müsste ich eh ein externes Laufwerk anstöpseln.”
Ja, musst du das? Also ich jetzt wahrscheinlich nicht *hüstel* Wobei die NJW für mich ohnehin weniger interessant ist, ich habe da andere CDs. Aber ein ISO-File auf eine SD-Karte zu schreiben dürfte heute keinen mehr überanstrengen.
Dass es kein vollwertiger PC ist, sollte hoffentlich jedem klar sein. Aber zum schreiben einer Seminararbeit, wobei ich auf meine alte JuS-Urteils-CD und Jurakartei-CD zugreife, ist es letztlich ideal – und für mehr brauche ich sowas auch nicht.
Mit dem scrollen hatte ich im OO aber definitiv nicht geschafft, vielleicht war ein Wochenende aber auch zu kurz zum testen. So oder so soll ja um den Mai rum das neue Gerät mit über 8 Zoll und 1024er Auflösung kommen, für mich ist das Thema damit durch.
An deiner Stelle würde ich Windows XP draufmachen und einen Hack installieren, mit dem du problemlos die Auflösung hochschrauben kannst (http://www.eee-pc.de/2008/03/11/hohe-auflosungen-mit-astray-plus/). Linux runter, Windows drauf — das dauert knapp 60 Minuten. Danach wären die groben Mängel Geschichte.
Gruß, Alex
Ganz ehrlich: Sowas hätte ich früher gemacht, heute habe ich für sowas keinen nerv mehr. Ich zahle gerne am Ende 100 Euro mehr (und warte ein paar Monate) für ein Gerät dass dann von Werk aus alles abdeckt was mir fehlt.
Andernfalls endet es wie immer: Man steckt mehr Zeit in die “Systempflege” als in die Nutzung eines Gerätes, das geht heute bei mir definitv nicht mehr
Nix für ungut: Wenn ich mir die Zeit nehmen würde ISO-Files von den CDs-DVD’s zu machen (was rein tatsächlich natürlich geht ;o)) könnte ich auch XP installieren. Überanstrengt auch nicht. ;0)
Es ist, wie immer im Leben, eben auch eine Frage des individuellen Bedarfs – und des Geschmacks.
Aber schön ist jedenfalls, dass jemand angefangen hat die ungeschriebenen Marktgesetze in dem Bereich mal wieder aufzumischen. Oder ?
Naja, die ISO-Files kosten mich 3 Minuten effektiv. Klar, ein XP auf einem Eee aufsetzen kostet sicherlich auch nur 30 Minuten – die Frage ist nur, wann die ersten Probleme auftreten. Und die treten am Ende immer auf, das weiss man nach 15 Jahren Tätigkeit in dem Bereich. Nö, dann lieber warten – gäbe es jetzt einen 8 Zöller mit 1024er Auflösung bereits ohne XP, würde ich da sicherlich anders denken, aber die Situation stellt sich ja nicht.
Klar ist das gut und ich denke ja auch, dass wir uns bald auf einen ganz neuen Markt einstellen dürfen (MSI zieht ja z.B. schon nach). Das Problem ist nur, dass man jetzt erstmal austesten wird, wo die Preisgrenze für solche Geräte liegt, deswegen werden die nächsten Geräte leider etwas teurer sein
Ich würd’ sogar noch weiter gehen: Der Eee PC ist optimal für alle Studenten, nicht nur für Juristen. 920g lassen sich problemlos in jede Vorlesung mitnehmen, wo sich WLAN sei dank die Zeit vertreiben oder auch parallel recherchieren oder arbeiten lässt.
Ciao
Johannes
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