Endlich komme ich dazu, etwas zur “Ad Legendum” zu schreiben. Schon lange liegen mir zwei Hefte vor, leider klappte es bisher einfach nicht weil mir die Zeit fehlte – nun kommt was zur Alternativen Zeitschrift auf dem Markt.
Ad Legendum ist ein neuer Ansatz, der mich schon von Grund auf anspricht – die Macher beschreiben ihr Projekt auf ihrer Webseite wie folgt:
Mit der AD LEGENDUM – Die Ausbildungszeitschrift aus Münsters Juridicum wurde im Sommer 2004 eine der ersten komplett von Studierenden konzipierte und herausgegebene juristische Ausbildungszeitschrift geschaffen.
Damit ist es auf dem juristischen Markt nicht nur ein neues, sondern durchaus auch “alternatives” Produkt – das sich mit alten Hasen wie JuS und JA erstmal messen lassen muss.
Zuerst mal zum einfachsten und (beim ersten Blick) wichtigsten: Wie liegt die Zeitschrift in der Hand? Und da überrascht die AdLegendum schon mit sehr dickem und schwerem Papier. Nach den “Wabbel”-Erlebnissen mit JA und JuS will man, sobald man eine AdL in der Hand hat, quasi sofort loslesen. Es ist einfach nochmal ein gutes Gefühl, festes Papier in der Hand zu haben. Das Schriftbild ist soweit typisch 2-spaltig (ausnahme sind die Fallgliederungen, die nehmen eine ganze Seite ein), die Schrift aber sehr angenehm, man kann die Inahlte wirklich sehr gut erfassen.
Inhaltlich wirkt die AdL auf mich sehr Praxisbezogen, Themen wie “Weltraumrecht” sucht man vergebens. Geprägt ist jede Ausgabe von einem “Schwerpunktthema”, das als eine Art roter Faden für die Beiträge fungiert, während die Fallbearbeitungen übliche Klausuren sind, die mir – jedenfalls in den vorliegenden beiden Heften – sehr gut gefallen und auch sehr Übungs-nah erscheinen.
Die bisherigen Schwerpunktthemen (auch hier einzusehen) finde ich insgesamt mit Fingespitzengefühl und beeindruckend ausgewählt, die Aufsätze zum Thema “Religion, Medizin, Ethik” waren durchweg fesselnd und zeigen, welches Potential hinter dem Konzept steckt.
Jedenfalls nach meinem derzeitigen Eindruck ist die Zeitschrift auf jeden Fall absolut perfekt für die Zeit der Übungen. In der Examensphase wäre mir ein stärkerer Schwerpunkt auf Fortgeschrittene Themen noch zwingend, aber um ehrlich zu sein – bei JuS und JA vermisse ich das mit fortschreitendem Gang in Richtung Examen auch zunehmend.
Die Jurakopf-Einschätzung
Alleine aufgrund des Preises (12 Euro pro Jahr für ein Abo) kann ich gar nicht anders, als diese Zeitschrift zu empfehlen – inhaltlich ist sie ohnehin mehr Wert, für jüngere Semester der perfekte Einstieg und in den Übungen eine gute Begleitung.
Das Konzept (Studenten geben heraus für Studenten) hat es ohnehin verdient, gewürdigt zu werden. Soweit ich das sehe, bietet sich hier zudem für Studenten die Möglichkeit, ebenfalls eigene Arbeiten zu veröffentlichen, eine Möglichkeit, den man im Hinterkopf behalten sollte.
Abonnieren kann man die Zeitschrift auf der Homepage unter http://www.adlegendum.de/
Ich kann mich dieser Empfehlung nur anschließen.
Insbesondere wenn man in Münster studiert, sollte es einem die 3 Euro - bei Aktionsverkäufen sogar noch weniger - wert sein, allein schon der Übungsfälle wegen. Unter diesen sind nämlich sehr häufig originäre ZP-Klausuren der Fakultät und machen auch exemplarisch Bewertungsschwerpunkte deutlich.
Die Aufsätze sind auch stets gut verständlich und - abhängig vom Schwerpunkt der Ausgabe - durchaus auch schon mal für Studenten in den mittleren Semestern nützlich und verständlich.
Der einzige Wehrmutstropfen ist in meinen Augen, dass die Interviewrubrik "Der Jurist in der Praxis" nicht besonders informativ ist, auch wenn mich die Berufsaussicht "Bloggender Rechtsanwalt" irgendwie amüsierte.
Rezensionen von Lehrbüchern oder sonstigen Materialien gibt es nicht als dauerhafte Einrichtung in der Ad Legendum. Das mag man bewerten wie man will. Einerseits ist es schon ein wenig schade und es wird eine Möglichkeit verspielt Orientierung zu bieten, andererseits hat man auch nur eine beschränkte Anzahl an Seiten zur Verfügung.
[Der Verfasser ist in keiner Weise mit der Ad Legendum verbunden, sondern ist nur regelmäßiger Käufer der Publikation.]
Es ist ein recht kurzer Artikel, weil ich momentan noch unter Strom stehe - ich wollte aber nicht mehr länger mit dem Hinweis warten. Gerne hätte ich auch noch die NRÜ vorgestellt, das kommt dann aber später mal.
Ich hoffe, mein Hinweis kommt klar rüber: Sehr euch diese Zeitschrift an. Sie ist nicht vollgestopft oder künstlich aufgebläht, ich kann es auch anders sagen: In der Zeit meiner ersten Übungen wäre ich froh gewesen, so einen Einstieg in das Thema Zeitschriften zu haben.
Noch zwei (neue) Adressen mit ähnlichen Projekten:
http://www.bonner-rechtsjournal.de/
http://www.law-journal.de/
Der Empfehlung für AdLegendum darf ich mich allerdings anschließen.
Grüße
TG
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